SV Reitscheid feiert seinen 50. Geburtstag

50 jähriges Bestehen : Gemeinsinn als Grundstein der Demokratie

Der SV Reitscheid hat seinen 50. Geburtstag gefeiert. Auf dem Programm standen Fußball, Musik und jede Menge Ehrungen.

Mit einem großen Jubiläumssportfest hat der SV Reitscheid über vier Tage seinen 50. Geburtstag gefeiert. Los ging es mit einem Dorfturnier für jedermann. An den nächsten beiden Tagen stand der fünfte Hüttenberg-Cup für Hobbymannschaften und die Auszeichnung zahlreicher Mitglieder an.

In seiner Doppelfunktion als Ortsvorsteher und Vorsitzender des SV Reitscheid begrüßte Jörg Janes die Gäste. „Der SV Reitscheid wurde am 1. März 1969 gegründet und wir blicken heute stolz auf ein halbes Jahrhundert Vereinsgeschichte zurück“, begann er sein Grußwort. Er erinnerte daran, dass am Anfang die Heimspiele im benachbarten Asweiler ausgetragen werden mussten, da in Reitscheid kein Platz zur Verfügung stand. Erst 1971 hatte man einen eigenen Sportplatz. Die damals hier in der Raketenbasis stationierten amerikanischen Soldaten hätten das Projekt mit technischer Hilfe unterstützt. Damals gab es auch noch eine Damenmannschaft und eine Frauengymnastikgruppe, erzählte Janes.

Die großen sportlichen Erfolge im Aktivenbereich blieben leider bis heute aus. Allerdings war man zwei Mal – in der Saison 1974/1975 und 1977/1978 – mit der E-Jugend zu Meisterehren gekommen. Seit 2013 organisiert man den Spielbetrieb der aktiven Mannschaften in einer Spielgemeinschaft zusammen mit dem TuS Haupersweiler. Neben dem Fußballspiel beteiligt sich der Sportverein aber auch am gesellschaftlichen und kulturellen Leben im Dorf, bei Festen, Benefizveranstaltungen und Karnevalsveranstaltungen. Kirmes und Oktoberfest zählen ebenso dazu.

In den vergangenen zehn Jahren hat der Verein einiges in Eigenleistung geschaffen, sagte Janes. Als Beispiel nannte er den Anbau an die Mehrzweckhalle, der für den Rostwurstverkauf, als Lagerraum und als Waschraum für die Trikots genutzt wird. Er schlug auch nachdenkliche Töne an, als er darauf hinwies, dass es immer schwieriger werde, Menschen für die Vereinsarbeit zu begeistern. Die wachsende Individualisierung und die fehlende Bereitschaft, sich dauerhaft an einen Verein zu binden, stelle den Verein jetzt und in der Zukunft vor große Herausforderungen. Denn ohne Vereine sterbe die Dorfgemeinschaft. Es gäbe aber bereits erste Ideen, den Verein breiter aufzustellen um die Zukunft aktiv zu gestalten.

Bürgermeister Karl-Josef Scheer (SPD) betonte als Schirmherr, wie wichtig die Vereine für die Demokratie sind. „Ohne Vereine und ohne ehrenamtliches Engagement, dann sieht es in unseren Dörfern, in der Gemeinde, im Landkreis, im Land und auch in dieser Republik verdammt schlecht aus“, eröffnete er. „Deswegen kann ich nur an die Vereine appellieren, sich um Reformen zu bemühen“, sagte der Bürgermeister weiter. Die Politik könne nicht in die Vereine hineinregieren. „Wenn man sich heute nicht um den Nachwuchs kümmert, fehlt den Vereinen die Basis.“ Wohlstand und Demokratie komme nicht nur von der Wirtschaft und der Industrie. Vielmehr komme er auch daher, dass der Zusammenhalt in den sozialen Gemeinschaften gewährleistet ist. „Fehlt dieser Gemeinsinn, ist die Demokratie in Gefahr“, erklärte Scheer.

Landrat Udo Recktenwald (CDU) würdigte in seinem Grußwort zunächst die immense Aufbauarbeit in den Gründerjahren, die mit der Mehrzweckhalle und vielem mehr einen Mittelpunkt des Dorfgeschehens geschaffen hat, als eine stolze Leistung. „Es ist relativ einfach, wenn man einem Verein angehört, der von Meisterschaft zu Meisterschaft eilt. Dann hat man relativ schnell Nachwuchs und viele, die gerne mitmachen. Es ist sehr viel schwieriger, wenn man in einem kleinen Verein wirkt, der es sehr viel schwerer hat Meisterschaften zu erringen und der in der Regel in der untersten Klasse spielt“, gab der Landrat zu Bedenken. Unter diesen Voraussetzungen einen Verein und die jeweiligen Mannschaften am Leben zu halten, sei eine beachtenswerte Leistung.

„Es ist wichtig, dass sich Ehrenamtler finden, die für den Dorfzusammenhalt ihre Freizeit opfern“, appellierte auch der Kreisvorsitzender Nordsaar des Saarländischen Fußballverbandes, Hartmut Seibert, an die Gäste. Er ehrte die Vereinsfunktionäre, Jörg Janes (Verbandsehrennadel in Silber), Jennifer Janes (Verbandsehrennadel in Bronze) und Edgar Schmidt (Verbandsehrennadel in Silber). Gleichzeitig überreichte er zusammen mit einem Fußball den Ehrenbrief des Saarländischen Fußballverbandes für die 50-jährige Vereinstätigkeit des SV Reitscheid.

Für seine langjährige ehrenamtliche Tätigkeit im SV Reitscheid wurde Edgar Schmidt zum Ehrenmitglied ernannt. Foto: Ralf Mohr

Nach einem Bildvortrag von Jörg Janes, der die Vereinsgeschichte Revue passieren ließ, wurden die langjährigen Vereinsmitglieder geehrt. Im Anschluss wurde Edgar Schmidt noch zum Ehrenmitglied ernannt. Der Musikverein Haupersweiler kümmerte sich um die Musik. Durch das Programm führte Detlef Kulla vom Schützenverein Germania Reitscheid. Anschließend fanden ebenso wie am darauffolgenden Tag Fußballspiele statt. Die Feierlichkeiten endeten mit dem Trigenio-Cup.