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Solidarität von Klein bis Groß

Solidarität von Klein bis Groß

Mit einer derart überwältigenden Resonanz hat niemand gerechnet: Es war ein sagenhafter Tag in Oberkirchen. Unzählige Bürger aus dem Weiselbergdorf und darüber hinaus bekundeten bei der Benefizveranstaltung „Gemeinsam helfen Freunde“ ihre Solidarität mit dem im Vorjahr an Amytrophe Lateralsklerose (ALS/Muskelschwund)) erkrankten Peter Martin.

Der Muttertag hat eindrucksvoll gezeigt, dass Menschen Bürger in Oberkirchen ganz fest zusammenstehen, wenn einer aus ihrer Mitte urplötzlich von einer schweren Krankheit betroffen ist. "Wenn ich sehe, wie viele gekommen sind, die helfen wollen, kann ich nur sagen, dass ich mächtig stolz bin, hier in Oberkirchen zu leben", konnte Frank Schwenk, Schwager des erkrankten Peter Martin, diesen sensationellen Zuspruch nur schwer in Worte fassen.

Alle für einen

Die Dorfbevölkerung und viele, viele Menschen mehr verbrachten bei der Benefizveranstaltung "Gemeinsam helfen Freunde " den Tag am Oberkircher Sportplatz. "Das tolle Wetter hat uns schon etwas geholfen", sagt Uwe Glasen, der Radsportwart des Motorsportclubs (MSC) Mithras Schwarzerden. Die "Grüne-Hölle"-Mountainbiker hatten für ihren Freund und Vereinskollegen Peter Martin den sportlichen Part der Veranstaltung übernommen, um die Organisation kümmerte sich die Familie des an der seltenen Krankheit ALS Leidenden, seine Verwandtschaft, Freunde und Schulkameraden.

Am Nachmittag war Peter Martin selbst anwesend. Er saß im Rollstuhl. Der 54-jährige zweifache Vater wurde begrüßt und umarmt. Wie unter Sportlern üblich, motivierten ihn seine Freunde mit dem Zeichen Daumen hoch. "Es ist eine tolle Veranstaltung. Und es ist sehr schön zu sehen, dass man echte Freunde hat", freute sich Peter Martin. Sein Bruder Jörg sagte ihm kurz Hallo und verschwand wieder in der Imbissbude. "Wir kommen kaum noch nach - so viel los ist hier", berichtete Jörg Martin, der gespendete Bratwürste und Schwenkbraten auf kleinem Grill nachlegte. Zur Mittagszeit musste noch ein großer Schwenker zusätzlich aufgestellt werden. "Und dann gibt mitten im größten Betrieb eine Fritteuse noch den Geist auf", berichtete Jörg Martin. Unterdessen spielte der Oberkircher Musikverein, später wurde dieser vom Gospelchor Saint Michael aus Gehweiler abgelöst.

Eng an eng lauschten die Besucher bei Kaffee und Kuchen auf dem brechend vollen Platz vor dem Sportheim dem musikalischen Unterhaltungsprogramm. Jugendliche breiteten ihre Decken aus und genossen in Open-Air-Festival-Manier die wohltuenden Sonnenstrahlen. Die Stimmung unter den Generationen war klasse, ist es ein liebenswertes Miteinander, gelebte Bürgernähe.

Spielen und wandern

Das Jugendrotkreuz hatte für die Kinder ein Spielmobil aufgebaut. Durch die Besucherreihen kämpfte sich Charlie Chaplin alias Klaus Riefer aus Hoof und zeichnete auf die Schnelle Porträts der Gäste. Ursula Gottfreund strickte mit heißer Nadel und verkaufte Wollartikel für die gute Sache. 1000 Lose für die Tombola waren im Nu vergriffen, und für die Ziehung der Sachpreise gab es neben vielen kleineren Gewinnen als Toppreis ein Mountainbike. "Wahnsinn, was uns die Leute für tolle Dinge gespendet haben", bestätigte Uwe Glasen.

Seine Mountainbike-Kollegen haben Rad-, Lauf-, und Wandertouren organisiert. Gegen Abend präsentierte die Akustikband Tim Schwenk & Freunde bekannte Rock- und Popnummern. Die Musiker, die früher gemeinsam unter dem Namen Souldivers am Start waren, hatten sich eigens für die Benefizveranstaltung wieder formiert. Erst mit den letzten Sonnenstrahlen ging der denkwürdige Tag für den guten Zweck in Oberkirchen zu Ende. Schon am Morgen war vom Freisener Bürgermeister Karl-Josef Scheer die volle Unterstützung der Gemeinde zugesichert worden.

Und dafür wird das Geld dringend benötigt


Für die spezielle Behandlungstherapie, einen behindertengerechten Umbau des Hauses und ebenerdige Zufahrt zum Haus von Peter Martin wird viel Geld benötigt. Über das Pfingstwochenende starten die Grüne-Hölle-Mountainbiker das nächste Hilfsprojekt. Zwei Teams à vier Fahrer starten als 20-Zoll-Bagasch beim 24-Stunden-Klapprad-Rennen im pfälzischen Schopp und suchen dafür Sponsoren. "Wir wollen für unseren Freund Peter zwischen 1500 und 1700 Runden drehen", sagt Uwe Glasen. Mit einem Betrag von fünf Cent für jede gedrehte Runde auf der Bahn kann ein Sponsor die Aktion "Gemeinsam helfen Freunde " unterstützen. frf

Infos: Uwe Glasen, Radsportwart MSC Mithras Schwarzerden, Tel. (0 68 55) 79 82; Spendenkonto MSC Mithras, Iban DE 6559 2910

0000 0030 1370, Volksbank St. Wendel, "Spende für Peter".

 Mit grünem Helm – das markante Markenzeichen des Radlers Peter Martin Foto: Michael Alles
Mit grünem Helm – das markante Markenzeichen des Radlers Peter Martin Foto: Michael Alles Foto: Michael Alles

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