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So war die Kappensitzung der IG-Fasenacht Haupersweiler

Kappensitzung der IG-Fasenacht : „American Dream“ wird in Haupersweiler wahr

Die IG Fasenacht hatte zu ihrer 16. Kappensitzung ins Vereinshaus gebeten. Dort gab es jede Menge närrische Unterhaltung.

Schwungvoll und mit Stimmung von Anfang an läutete der Alleinunterhalter Andreas Puster die 16. Kappensitzung der IG-Fasenacht im Vereinshaus in Haupersweiler ein. Die Gäste im ausverkauften Saal waren schon so richtig in Feierlaune und sangen und klatschten voller Elan mit. „Der Andreas ist ein Glücksgriff für die Haupersweiler Fasenacht“, bemerkte dazu Andreas Reisdorf von der IG-Fasenacht.

Bevor es dann so richtig losgehen konnte, eröffneten Andreas Reisdorf und Miriam Gemmel die Sitzung, nicht ohne dass „Feuerwehrmann“ Reisdorf zunächst eine feuerpolizeiliche Saalinspektion vornahm und die Gäste, fast schon in der Manier einer Stewardess im Flugzeug, in die Sicherheitsbestimmungen einwies. Kurzerhand wurde Markus Seibert im Publikum zum Feuermelder des Abends erklärt. Ein anhaltend ausgestoßener Piepton zum Probealarm hatte ihn mehr als qualifiziert. „Wenn es Rauchentwicklung gibt, steht er eenfach off und schreit piep-piep.“ Für Fußkranke und Einbeinige hatte der Feuerwehrmann eine einfache Regel im Brandfall parat: „Losset Euch jetzt net en Panik treiwe, Hände falte, sitze bleiwe! On Eens sahn ich eich ganz offen, of Hilfe von ganz owe hoffen.“ Das brachte die erste Rakete des Abends.

Melanie Rahn und Katrin Stoll bewiesen, dass man Büttenreden auch ganz ohne gesprochene Worte an den Narren bringen kann. Mithilfe von Flip-Charts und vorgefertigten Zetteln brachten sie das Publikum zum Lachen. Nach Amerika entführte dann der Mädelstanz die Gäste. Ganz im Stile von Cheerleadern erzeugten die Mädchen einen „American Dream“ auf der Bühne, was ihnen nicht nur eine Zugabe und eine Rakete, sondern auch einen „Das war spitze“-Ausruf einbrachte.

Claudia Weisgerber kam nach einer kurzen Pause als wandelnde Apotheke auf die Bühne. Die Pillensucht war ihr Thema. „Jeder lässt sich was verschreiwe, scheinbar om gesond ze bleiwe. Tabledde her, om jede Preis. On das noch haufeweis“, hieß es da. Zu Hause sind rechts im Schrank die Arzneien, auf der linken Seite die Reiniger und Haushaltschemikalien. „Wenn’s vorne juckt ohn henne beißt – nemm Klosterfrau-Melissengeist“, war nur eine der Weisheiten. Dass da am Schluss die Pillen und Chemikalien verwechselt wurden, das war fast schon programmiert.

Vor der Pause versprühten Daniela Daubenfeld und Miriam Gemmel „Bei Biersch dahäm“ gute Laune. Der richtige Umgang mit den neuen Medien wurde da erklärt: „Mett dem richtige Newsfeed on Post werd aus mir noch e richtijer Influencer.“ „Influencer – Eich glab die hasche!“

Nach der Pause wurde es alpenländisch in Haupersweiler. Das Männerballett kam in zünftigen Lederhosen direkt von der Alm auf die Bühne und schuhplattelte und jauchzte zum Zillertaler Hochzeitsmarsch, dass die Schwarte krachte. Danach stiegen Vater und Tochter Braun in die Bütt. Arno und Hanna nahmen auf einer Mitfahrerbank Platz. Nachdem Arno aus dem Delirium erwacht ist, hält er sich für einen aktiven Straußbub und weiß schon gar nicht mehr, dass er eine Tochter hat. Er wähnt sich mit über 50 Lenzen als 17-Jähriger und so sind die Verwicklungen programmiert.

Tänzerisch ging es mit den Alterstanzmäd weiter. Die wurden flugs in Tanzsäcke gesteckt. So wackelten und hippelten sie sich in die Herzen der Gäste. „Dabei ist das gar nicht so einfach“, erklärte Miriam Gemmel im Vorfeld. „Man sieht so gut wie gar nix durch die Kostüme.“ Nach einem Live-Musik-Akt von Judith Peitz und Daniela Daubenfeld zu „Sexbomb“ von Tom Jones kamen zu guter Letzt die Camper zu ihrem Recht. Die Jungen hatten auf dem Rambert, gleich oben bei den Windrädern, ihre Zelte aufgeschlagen und zogen das Dorfgeschehen durch den Kakao. So hatten sie sich der Klimaproblematik angenommen, soll doch in Oberkirchen ein Null-Emission-Dorf entstehen, aber dem ist man in Haupersweiler schon weit voraus. So hatte man zum Beispiel das Martinsfeuer kalt abgebrannt, quasi ohne jedweden CO-2-Ausstoß.