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Schübelin geht im Sommer in sein achtes Jahr beim FC Freisen

Fußball-Verbandsliga : Der Trainer flirtet nicht und bleibt treu

So manche Ehe soll ja im verflixten siebten Jahr in die Brüche gehen. Die Beziehung von Christian Schübelin und Freisen hält hingegen. Gerade hat er seinen Vertrag verlängert und geht im Sommer ins achte Jahr als FCF-Trainer – trotz anderer Avancen.

Christian Schübelin und der FC Freisen – das passt. Seit 2014 trainiert der heute 41-Jährige aus Baumholder die Kicker. Jetzt hat er seinen Vertrag um ein weiteres Jahr bis Sommer 2022 verlängert. „Der Verein hat bereits im November bei mir angefragt, es gab dann noch ein paar kleine Sachen zu klären – und dann habe ich dem Verein zugesagt“, berichtet Schübelin. Auch der Mannschaftsrat, so der Trainer weiter, habe dem Vorstand signalisiert, mit ihm weiterarbeiten zu wollen.

„Eigentlich komisch, ich hatte so viele Anfragen wie noch nie, doch Freisen war immer für mich die erste Adresse“, stellt Schübelin klar. Dabei sei der kurze Anfahrtsweg von seinem Heimatort Baumholder von Vorteil. Aber nicht nur das. „Das Umfeld passt – und auch sportlich macht die Arbeit mit der Mannschaft viel Spaß, sie hat einen super Geist“, charakterisiert Schübelin sein Team, das er nach dem Wiederaufstieg 2015 aufgebaut und weiterentwickelt hat. „Es ist nicht übertrieben, wenn ich sage, wir haben uns in der Verbandsliga etabliert“, stellt der Polizist fest.

Für Vereinschef Dieter Becker bedeutet die weitere Zusammenarbeit mit Schübelin zudem ein klares Zeichen an die Mannschaft. „Wenn schon wegen Corona sonst nichts läuft, dann sollten die Spieler schon wissen, ob es mit dem Trainer weitergeht“, sagt er zur Verlängerung. Nach Beckers Angaben werde auch Schübelins Weggefährte Sebastian Schad in der neuen Saison entweder als spielender Co-Trainer oder Spieler weiterhin zur Verfügung stehen.

„Stand jetzt bleibt zudem das Gros des Teams zusammen“, sagt Schübelin. In diesem Punkt ist Corona vielleicht sogar hilfreich. „Denn was kann ein anderer Verein in diesen Zeiten den Spielern groß versprechen.“

Dennoch weiß auch er, dass Kicker wie Kapitän Jannis Weingarth, Angreifer Tobias Haupt oder Abwehrspieler Lenard Foggy Begehrlichkeiten bei anderen Vereinen geweckt haben. „Das haben sie sich durch ihre konstanten Leistungen auch verdient. Aber sie wissen auch, was sie in Freisen haben“, ist Schübelin optimistisch.

Womöglich steht allerdings nach fünf Spielzeiten der Abschied von Schlussmann Philipp Schreier im Raum. „Schade wäre das auf jeden Falll. Philipp ist mit der beste Torwart in der Verbandsliga.“ Das Problem? „Er arbeitet im Raum Kaiserslautern und hat deshalb seinen Wohnort nach Otterberg verlegt“, berichtet der 41-Jährige. Doch an die Zusammenstellung der Mannschaft für die Spielzeit 2021/22 verschwendet Schübelin momentan die wenigsten Gedanken. Denn wann er seine Arbeit überhaupt fortsetzen darf, steht pandemiebedingt noch in den Sternen.

„Momentan geht es darum: Wann und wie können wir einfach wieder Fußball spielen?“, rätselt Schübelin. Vor vier, fünf Wochen habe er noch gehofft, dass es Anfang März wieder losgehen könnte. „Jetzt bin ich skeptisch, weil mit einer Verlängerung des Lockdowns die Zeit wegläuft. Vielleicht können wir wenigstens die Vorrunde noch zu Ende spielen“, hofft der Trainer. Deshalb findet er es gut, dass der Fußballverband gleich mehrere Szenarien entwickelt habe, um die Saison zu Ende zu spielen.

Sieben Partien hat der FCF bislang absolviert und belegt in der schiefen Tabelle der Verbandsliga den vierten Platz. „Nach einem miserablen Saisonstart mit 14 Gegentoren in zwei Spielen haben die Jungs eine klasse Reaktion gezeigt“, lobt er seine Kicker. Doch dies sei Schnee vom vergangenen Jahr. „Ehe die Restsaison oder wie auch immer beginnt, benötigen wir eine Vorbereitungszeit von vier Wochen“, hält Schübelin für realistisch. Aktuell absolvieren seine Spieler Laufeinheiten zu zweit oder alleine. „Doch andere Muskelgruppen sind noch weiterhin im Winterschlaf.“