Regen kostet Besucher

Freisen. Zu den so genannten Stoßzeiten am späten Vormittag wie auch am frühen Nachmittag verirren sich nur ein paar Grüppchen auf dem Frühjahrsmarkt in Freisen. Deshalb kann von regem Markttreiben hier keine Rede sein

Freisen. Zu den so genannten Stoßzeiten am späten Vormittag wie auch am frühen Nachmittag verirren sich nur ein paar Grüppchen auf dem Frühjahrsmarkt in Freisen. Deshalb kann von regem Markttreiben hier keine Rede sein. Neben Textilien wurden Haushalts- und Geschenkartikel, Pflege- und Reinigungsmittel, Würzmittel, Lederwaren, Modeschmuck, Uhren, Stahl- und Spielwaren sowie Süßigkeiten zum Verkauf angeboten. "Der Markt in Freisen ist in den vergangenen vier Jahren rückläufig und hat vom Publikumszuspruch nachgelassen", berichtet Kräuter- und Gewürzhändler Bernd Müller aus Niederlinxweiler. Seit 50 Jahren baut Denise Deutsch ihren Süßwarenstand an der gleichen Stelle auf. "Wir sind auch frustriert wegen des schlechten Wetters", sagt sie. Sie habe hier ihre jüngeren Stammgäste. Ihr Nachbar Günther Sticher, der in Damentextilien macht, hält den dünnen Betrieb für normal. "Ein paar Teile verkaufe ich schon noch. Aber es rechnet sich kaum", bilanziert der Ludweilerer mit saurer Miene. Befragte Marktbummler kritisieren bei ihrem Rundgang das einseitige Überangebot an Bekleidungsartikeln. Händler Helmut Blass beobachtet schon seit längerer Zeit den Wandel eines derartigen Marktes. "Früher war es ein Bedarfsmarkt, heute ist es ein reiner Bummelmarkt", schildert er. Was allerdings Schnäppchenjäger nicht daran hindert, auf Beutefang zu gehen. "Ich gehe jedes Jahr drüber und hole mir das, was ich gerade sehe", sagt Besucher Ulrich Leinebach aus Freisen. Er ist erneut fündig geworden, und hat sich mit neuer Bettwäsche eingedeckt. Seine gesuchten Muskatnüsse findet der 81-jährige Günter Wolter jedes Jahr in der Marktmeile. "Die kriege ich hier preiswerter als sonst irgendwo", freut sich der Freisener Senior. Hans Tilly aus Kaiserslautern führt einer Besucherin erfolgreich einen Wasserabzieher, der nur auf Messen und Märkten erhältlich ist, vor. "Er hat bei mir eine Lücke entdeckt", meint die Kundin. Danach wird es aber wieder ruhig. "Man muss immer wissen, dass der Euro bei den Leuten nicht mehr so locker sitzt", denkt Tilly laut.