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Radrennen: Radler feiern Weihnachten in der Hölle

Radrennen : Radler feiern Weihnachten in der Hölle

Der Mountainbike-Club Mithras Schwarzerden schickte 300 Radfahrer auf die Strecke. Neben den Rennen gab es Knöllchen, Tannenbäume und einen Parcours für Kinder. Und das alles auch noch für den guten Zweck.

Es war alles dabei: strahlende Sieger, soziales Engagement, Spaß, mieses Regenwetter und fröhliche Kinder. Ob ambitionierter Hobby-Fahrer oder Nachwuchs-Hoffnung – bei den Moutainbike-Rennen der Grünen Hölle rund um Freisen ging es um Tempo, Mut, Geschicklichkeit und die pure Lust aufs Radeln. Mehr als 300 Teilnehmer gingen am vergangenen Wochenende an den Start. Das bedeutete eine neue Rekordbeteiligung.

„Im 14. Jahr haben wir schon etwas Erfahrung, wir nehmen es nicht so ernst und machen alles mit Spaß“, erklärte Uwe Glasen, Abteilungsleiter des veranstaltenden Mountainbike Sportclubs (MSC) Mithras Schwarzerden. Gemeinsam würden sie gerne als Organisatoren für die vielen Sportler und Gäste sprichwörtlich durch die Hölle gehen. Er und Thomas Dausend sausten bei den Jugendrennen als Moderatorenduo hin und her.

Mehrfach rollten Kinder im Alter von fünf Jahren teilweise auf Laufrädern über den Parcours vor dem Rathaus. 36 Nachwuchsbiker, so viele wie noch nie, machten den Lauf in der Altersklasse U9 zu einem Spektakel. „Die Ministrecke ist ein großer Vorteil, die Eltern stehen nahe dran, und es geht noch nicht so um die Zeiten“, sagte Glasen. Nach den Rennrunden bestieg der Nachwuchs gemeinsam das Schwalbenschwanz-Siegerpodest, ein Nachbau des legendären Streckenabschnittes auf dem Nürburgring.

Ein heftiger Regenschauer legte dann vor dem Zwei-Stunden-Rennen die elektronische Zeitmessung lahm. Der Versuch, die nassen und auseinander geschraubten Elektronikteile mit dem Föhn auf der Damentoilette zu trocknen, brachte zunächst nichts. „Wir haben die Zeiten von Hand zu Fuß gestoppt, im Laufe des Rennens hat die elektronische Zeiterfassung wieder funktioniert“, berichtete Glasen. Zwei Stunden drehten die Moutainbiker ihre Runden über die Strecke. Bei den Männern gewann Frederik Veith (RV Möwe Schmelz), und in der weiblichen Elite-Konkurrenz thronte Anja Nalbach, die selbst ernannte „Königin von Merzig“. Wie bei der Rallye Monte Carlo wurden alle Teilnehmer im Ziel mit einem Gläschen Sekt begrüßt. „Man merkt überhaupt nicht, dass wir aus dem Motorsport kommen“, erklärte Glasen.

Die fünf Sonntagstouren rund um die Gemeinde Freisen für Familien und Genussfahrer waren von Michael Alles ausgewählt worden. Und mitten in der grünen Hölle vollzogen die Biker unerwartet einen Zeitsprung. Noch vor dem kalendarischen Herbstanfang war an der Verpflegungsstelle Hellerberg überraschend die diesjährige Adventszeit bereits beendet. Einfach himmlisch: Weihnachtsmann Uwe und seine Engel beschenkten die Radler im weihnachtlich geschmückten Wohnzimmer. Doch wie gewonnen, so zerronnen. Ein Sherrif und die Politessen verteilten auf der Strecke ordentlich Knöllchen. Wer weiße Socken trug und mit abgefahrenen Reifen erwischt wurde, musste für den guten Zweck blechen. Der Erlös aus den kassierten Bußgeldern kommt dem Spendenprojekt „Bewegung für Luca“ zugute.

Luca Biwer ist ein 22-jähriger Mountainbiker aus dem saarländischen Gerlfangen, der sich bei einem Sturz am 17. Juni einen Bruch der Halswirbelsäule zugezogen hat und seitdem vom vierten Nackenwirbel abwärts gelähmt ist. Das Startgeld der Endurofahrer geht ebenfalls wie das Geld aus den Spendenboxen an die Hilfsaktion. „Mehr als als 1000 Euro sind zusammengekommen“, freute sich Glasen. Des Weiteren bestand die Gelegenheit sich für die Stammzellenspender-Datenbank bei der Birkenfelder Stefan-Morsch-Stiftung typisieren zu lassen.

Auf Laufrädern rollten Kinder über den Parcours vor dem Rathaus. Foto: Steffen Klos/Steffen Klos Germany Freisen Bur
Ein heftiger Regenschauer sorgte für eine nasse und glitschige Strecke. Trotzdem gaben die Rennfahrer Vollgas. Foto: Steffen Klos/Steffen Klos Germany Freisen Bur

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