Pfarrkirche in Oberkirchen wird renoviert

Kostenpflichtiger Inhalt: Sanierung und Aufbruch in Oberkirchen : 1600 Orgelpfeifen sind nun abmoniert

Kirche in Oberkirchen wird renoviert und neu gestaltet. Gottesdienst für acht Wochen ins Volkshaus verlegt.

Ein ehrgeiziges Projekt setzt derzeit die Kirchengemeinde in Oberkirchen um. Binnen acht Wochen wird die katholische Pfarrkirche St. Katharina renoviert und erhält einen neuen Innenanstrich. Die Decke ist durch Regenwasser stark beschädigt worden, an einigen Stellen der Putz abgefallen. Des Weiteren müssen defekte Glasbausteine ersetzt und neue Fensterelemente eingesetzt sowie die Heizung erneuert werden. „Die Altarwand mit dem Mosaikbild und die Wände sind stark verschmutzt, sie werden trocken gereinigt und mit einen historischen Kalkanstrich überzogen“, erklärt Maler Frank Neumann aus Alsfassen. Mit zwei Monaten bis zur kompletten Fertigstellung, so Neumann, sei die Zeit knapp bemessen.

Helfer der Kirchengemeinde legen Hand an, räumen das Innere des Gotteshauses vollständig aus, damit ein Gerüst aufgestellt werden kann. Insgesamt 48 Bänke, Lampen und Lautsprecher müssen abgebaut und zur Zwischenlagerung in den Bliesener Gewerbepark transportiert werden. Auf der Empore demontiert derweil Simon Heubach die 1600 Pfeifen an der 65 Jahre alten Orgel. „Die Pfeifen sind zwischen fünf Meter und fünf Millimeter groß“, sagt Orgelbauer Heubach. Das Pfeifenwerk werde schrittweise technisch saniert und neu gerichtet. „Während der Renovierungsarbeiten wird der Gottesdienst im Volkshaus gefeiert“, teilt Reinhard Loch, der stellvertretende Vorsitzende des Pfarrverwaltungsrates, mit. Im Pfarrheim ersetzt nun ein Piano das Kegelladen-Instrument.

Für Pastor Hanno Schmitt bedeutet die gestartete Renovierungsmaßnahme ein gewisser Aufbruch, der gegen den momentanen Zeittrend in der katholischen Kirche laufe. „Es ist wie zuhause im Wohnzimmer, wenn es im neuen Glanz erstrahlt“, umschrieb Schmitt. Zudem soll die Sanierung die drei Bauphasen der Kirche St. Katharina sichtbar wiedergeben.

Der Kirchenraum muss komplett ausgeräumt werden, 48 Bänke wurden abgebaut. Foto: Frank Faber

Der älteste Teil des Gebäudes ist der im Jahre 1414 errichtete spätgotische Turm, der seit 1962 in der Denkmalliste des Saarlandes als Einzeldenkmal geführt wird. An dem Turm ist wegen Platzmangels um das Jahr 1760 ein neues Kirchenschiff in Form einer barocken Saalkirche angebaut worden. Weitere Umbaumaßnahmen 1956 hatten zur Folge, dass die Kirche ihre Weihe verlor, da auch ein neuer Hochaltar aufgestellt wurde. Daher wurde 1963 die Kirche neu konsekriert. „In der Kirche treffen die Epochen Gotik, Barock und Moderne zusammen, die durch die Farbgebung und Gestaltung herausgestellt werden“, erläutert Pastor Schmitt. Des Weiteren werde im Altarraum als Ambo ein großer Weiselstein als Stein der Verkündung aufgestellt. „So stellen wir die Verbindung zu Oberkirchen her“, meint Schmitt. Unter dem Strich entstehen für alle Maßnahmen Kosten in Höhe 210 000 Euro, die vom Bistum Trier mit 60 000 Euro bezuschusst werden. Der Eigenanteil der Kirchengemeinde beträgt somit 150 000 Euro.

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