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Oberkirchen feiert Brücken-Geburtstag

Oberkirchen feiert Brücken-Geburtstag

Oberkircher Vereine und der Ortsrat hatten das Programm zum Fest am Fuß der Brücke vorbereitet. Neben einem großen Angebot für die Kinder gab es eine Fotocollage, die die Geschichte dokumentierte.

Mit einem Fest am Fuße der Talbrücke feierte die Vereinsgemeinschaft Oberkirchen zusammen mit dem Ortsrat den 80. Geburtstag der Talbrücke. "Oberkirchen ist stolz, eines der größten Steinviadukte Deutschlands zu haben", betonte Ortsvorsteher Herbert Meinl. Bei der Geburtstagsfeier hatten sich die 15 Vereine und der Ortsrat einiges einfallen lassen. Das Zelt des Jugendrotkreuzes hatten Kinder fest in Beschlag genommen. Sie malten nach Herzenslust und ließen sich beim Kinderschminken in phantasievolle Figuren verwandeln. In einem verdunkelten Zelt informierten sich die Besucher in einer umfangreichen Fotocollage-Präsentation über die Entstehung und Geschichte des Geburtstagskindes. Fotodokumente ließen die Historie lebendig werden.

Die Kinder hatten ihren Spaß am Maltisch. Fotos: Ralf Mohr

Der Kindergarten Regenbogen eröffnete das Fest mit einem Tanz. Der Erlös des Festes soll für soziale Zwecke und zur Dorfverschönerung verwendet werden. Die Talbrücke überspannt auf einer Länge von 275 Metern und in einer maximalen Höhe von 39 Metern das Ostertal am Ortseingang von Oberkirchen . Bei den zwölf Bögen auf elf Pfeilern wurden 16 000 Kubikmeter Basalt-Hartsteine aus den Steinbrüchen in Pfeffelbach und Thallichtenberg verbaut. Der Kern besteht aus Eisenbeton. Der Bau dauerte 1934 bis 1935 gerade mal 16 Monate. Sie war seinerzeit das teuerste Bauwerk der Bahnstrecke Türkismühle-Kusel. Zur Geschichte : Im Jahre 1932 wurde mit dem Bau der Bahnstrecke von Türkismühle nach Kusel begonnen. 1934 wurde zum ersten Mal an der Talbrücke in Oberkirchen Hand angelegt. Im Jahre 1936 wurde die 32,6 Kilometer lange Strecke in Betrieb genommen. Nur 33 Jahre später fuhr der letzte Personenzug am 21. Mai 1955 in Richtung Freisen. Damit wurde der Personenverkehr von Freisen nach Schwarzerden eingestellt. 1969 wurde der Personenverkehr Türkismühle - Freisen und auch der Güterverkehr Freisen - Schwarzerden nach nur 33 Jahren Betriebszeit endgültig eingestellt. Im gleichen Jahr wurden die Gleise demontiert. Zwei Jahre später weihte der damalige Saarländische Ministerpräsident Dr. Franz-Josef Röder die Talbrücke als Aussichtspunkt ein. 1977 musste die Brücke wegen des defekten Brückengeländers wieder gesperrt werden. Nach der Sanierung wurde sie 1981 wieder geöffnet. 1993 musste sie erneut wegen diverser Baumaßnahmen geschlossen werden, bevor sie im August 1993 als Teil des Fritz-Wunderlich-Rad-und-Wanderweges wieder frei gegeben wurde. 1996 wurde die Talbrücke in die Denkmalliste des staatlichen Konservatoramtes aufgenommen.