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Namenssteine werden in Oberkirchen verlegt

Fast wie ein Walk of Fame in Oberkirchen : Ein Boden fast wie im Pariser Disneyland

Auf dem Dorfplatz „Zur Lehmgass“ in Oberkirchen sind etwa 30 Namenssteine verlegt, weitere werden folgen. Als Beispiel diente Cäciliengroden.

Die Idee hat Oberkirchens Ortsvorsteher Roland Becker aus dem Urlaub mitgebracht. Das ist allerdings schon 15 Jahre her. Damals entdeckte er in Cäciliengroden an der Nordsee Namenssteine im Boden. „Das hat mich fasziniert“, erzählt Becker. Er fotografierte die Backsteine, auf denen sich Einwohner oder Touristen verewigen lassen konnten. „Ich fotografiere oft im Urlaub, um die Fotos dann auf Wiedervorlage zu legen und mich zu ärgern, dass ich selbst die jeweilige Idee nicht hatte.“

Auch diese Idee legte Becker auf Wiedervorlage. Bis die Bauarbeiten für die Verkehrsraumgestaltung „Shared Space“ begannen. Becker kamen die Steine wieder in den Sinn, und er fragte sich, ob man diese Sache nicht in Oberkirchen verwirklichen könne. 2017 stellte er seine Idee im Ortsrat vor. Und stieß zum größten Teil auf Zustimmung. Die signalisierte auch Bürgermeister Karl-Josef Scheer (SPD). Dazu Becker: „Er sagte: Mach doch, das ist eine schöne Sache.“

Gesagt, getan. Heute ist nicht nur „Shared Space“ fertig. Es sind auch bereits rund 30 Steine verlegt, sieben weitere sollen bis Ende Juli folgen. Das erledigt der örtliche Steinmetz Christoph Walisko. Er löst die Verbundsteine aus dem Boden, fräst die Namen oder was sonst zu sehen sein soll  in den Stein und verlegt die neue Platte. Zwei Varianten stehen laut Becker zur Verfügung: in Grau oder in Rot. „Mehr Farbauswahl wollten wir nicht; es soll ja nicht aussehen wie an Fastnacht“, so Becker. Sie sollten zum Verbundsteinpflaster passen. Neben zwei Farben gibt es auch zwei Größen. Die kleine Variante kostet etwa 86 Euro, die große  136 Euro.

Der erste Stein ist dem Jahrgang 1941 gewidmet, der zweite dem Ortsrat. Aber auch Paare, Familien, Vereine haben sich verewigt. Ähnlich wie vor dem Eingang von Disneyland Paris. Auch die stellvertretende saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) hat ihren eigenen Stein. Wer nun den Dorfplatz „Zur Lehmgass“ betritt, dessen Blick ist wohl zunächst gen Boden gerichtet. Aber der Platz, auf dem nun auch Wasser aus dem Brunnen fließt, werde gerne als Kommunikationspunkt genutzt, verrät Becker: „Abends sitzen hier viele ältere Leute, aber auch Jugendliche, der Platz wird gut angenommen.“

Stein der stellvertretenden saarländischen Ministerpräsidentin. Foto: Roland Becker
Das war der erste Stein in Oberkirchen: vom Jahrgang 1941. Foto: Roland Becker
Mit diesem Boden in Cäciliengroden fing alles an. Er diente als Vorbild für die Namenssteine in Oberkirchen. Foto: Roland Becker

Und mittlerweile ergeht es auch anderen so wie es Becker vor 15 Jahren ging: Sie werden in Oberkirchen auf das Projekt aufmerksam – und wollen es nachahmen. So seien neulich Vertreter aus der Gemeinde Nalbach vor Ort gewesen, berichtet Becker: „Sie waren überrascht, dass es so etwas gibt und wollen es vielleicht auch machen.“