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Nachwuchs-Archäologen auf Entdecker-Tour

Nachwuchs-Archäologen auf Entdecker-Tour

Schwarzerden. "Im Römertal", so lautet der klangvolle Name der Straße, in der der Kindergarten von Schwarzerden liegt. Welche Bedeutung dahinter steckt, erfuhren die Kinder jetzt auf einer Entdeckertour. Sie gingen zu der Pferdewiese, gleich gegenüber des Kindergartens. Hier war von einigen Männern und Frauen nach und nach ein großes Loch ausgehoben worden

Schwarzerden. "Im Römertal", so lautet der klangvolle Name der Straße, in der der Kindergarten von Schwarzerden liegt. Welche Bedeutung dahinter steckt, erfuhren die Kinder jetzt auf einer Entdeckertour. Sie gingen zu der Pferdewiese, gleich gegenüber des Kindergartens. Hier war von einigen Männern und Frauen nach und nach ein großes Loch ausgehoben worden. Es war keine Baustelle, wo vielleicht demnächst ein Haus gebaut werden würde, sondern eine archäologische Ausgrabungsstätte, wo Wissenschaftler den alten Römern und ihren Hinterlassenschaften auf der Spur waren. "Ich seh schon einen Römer!", rief eines der Kinder, als es eine Archäologin auf einem Hügel stehen sah. Sie war natürlich keine Römerin, schon gar keine alte. Aber es ist sehr wahrscheinlich, dass die Vorfahren der Kinder Römer waren, weil sie hier in der Gegend gelebt haben, erklärte die Leiterin der Ausgrabung, Isabell Jung: "Wir stehen mitten auf einem römischen Friedhof. Rechts daneben befindet sich eine römische Villa, und in der Straße im Elbeling war in der Römerzeit eine kleine Siedlung." Von Fibeln und EselskarrenSie erzählte so anschaulich, dass die Kinder mucksmäuschenstill zuhörten. Die Archäologin wies auf die ausgegrabene Mauer hin, die um eine Grabstätte gebaut war, erzählte von Grabbeigaben und gefundenen Tongefäßen, von den Gewändern der Römer, die mit "Fibeln", die Sicherheitsnadeln ähneln, gehalten wurden, und von Soldaten, die den Gott Mithras aus Persien mitgebracht haben, von Brauchtum und Glauben, von Häusern, von Pferdewagen und Eselskarren. Sie berichtete, dass die römischen Kinder auch zur Schule gingen oder, wenn sie reich waren, einen Hauslehrer hatten, meist einen gebildeten Griechen. Die Kinder und hatten viele Fragen: Wie haben die Römer Licht gemacht? Wie haben sie ihre Häuser geheizt?Während Isabell Jung von Ölfackeln und Feuer erzählte, wurde an der Ausgrabungsstelle weitergearbeitet. Aus dem Bauwagen holte sie zwei Funde aus der Römerzeit: einen sehr gut erhaltenen Teller und einen Trinkbecher aus rotem Ton. Sogar eine Prägung des Töpfers war deutlich erkennbar. Sie sagte, dass man in Schwarzerden beim Umgraben des Gartens sehr häufig römische Tonscherben findet. Die Kinder durften im Aushub nach kleineren Tonscherben aus der Römerzeit buddeln und sie waren ganz stolz auf das, was sie dabei entdeckten. Einige Nachwuchsarchäologen konnten sich kaum von der Ausgrabungsstätte trennen. Und es war ihren Augen anzusehen, dass das Gehörte viele Gedanken und Fragen für neue Entdeckertage in Gang brachte. red