Live im Sitzungssaal mit Andrew „The Bullet“ Lauer

Live im Sitzungssaal : Er feuert Bassriffs wie Kugeln ab

Andrew „The Bullet“ Lauer gastierte mit seiner Band im Freisener Sitzungssaal. 90 Zuhörer waren dieses Mal zu der Musik-Reihe gekommen.

Auf seiner „2nd Journey“-Tour machte der Bassist und Sänger Andrew „The Bullet“ Lauer mit seinen beiden Bandkollegen, Keyboarder Daniel Krüger und Drummer Marcel Weishäupl, in Freisen Station. Etwa 90 Zuhörer waren ins Rathaus gekommen, um gute zwei Stunden Soul, Jazz und Rhythm and Blues zu genießen. Zu einigen Songs steuerte der Musiker  persönliche Geschichten bei. So habe er in „I will always be“ den Tod seines vor 17 Jahren verstorbenen Vaters verarbeitet. „Let you go“ handele hingegen davon, die eigenen Gefühle hintenan zu stellen, um eine besondere Freundschaft nicht zu gefährden.

Aber auch Coverversionen wie „Save tonight“ von Eagle-Eye Cherry  intonierte er. Daniel Krüger, ein gebürtiger Tscheche, der jetzt in Merzig lebt, imponierte mit seinem ungewöhnlichen Tastenspiel, auch Drummer Marcel Weishäupl aus Leipzig begeisterte die Zuschauer mit einem minutenlangen Solo. Im Gegenzug musste das Publikum  zusammen mit Andrew Lauer singen. Der Frontman, der eigens aus Ansbach ins nördliche Saarland gekommen war, berichtete gegenüber der SZ, dass dies einer von mehr als 40 Auftritten sei, die seine Band in den vergangenen Monaten absolviert habe. Dabei hätten sie Frankreich, Tschechien, Polen und viele andere Länder bereist: „Normalerweise besteht die Band aus fünf Musikern, aber einige Gigs machen wir nur zu dritt.“ So wie in Freisen.

Seine Bandkollegen kenne er schon lange Zeit, erzählt er. Und ihm sei immer klar gewesen, dass er sie in seiner Band brauche, da sie herausragende Musiker seien und man so gut harmoniere. Den Beinamen „The Bullet“, so Lauer, habe er erhalten, weil er seine Bassriffs wie Kugeln auf die Zuhörer abfeuere. Organisator Peter Weigerding hatte Andrew Lauer während seiner Tätigkeit als Tontechniker kennengelernt. Da sei er allerdings Bassist bei einer Band Elmar Federkeils gewesen. Als er gehört habe, dass Lauer auch mit einer eigenen Formation auftrete, sei in ihm der Gedanke gereift, ihn auch einmal nach Freisen zu holen. Das dies nun geklappt habe, sei umso schöner.

„Ich bin selbst Musiker und kenne daher viele Gleichgesinnte, was die Organisation vereinfacht“, sagt Weigerding zu der Reihe „Live im Sitzungssaal“. Der Fokus liege auf Akustik-Cover-Bands, aber „heute Abend erleben wir auch eine Gruppe mit vielen Eigenkompositionen“. Besonders schön findet er, „dass wir so viele professionelle Musiker gewinnen können und damit ein sehr hohes Niveau bieten“. Mit seiner eigenen Band MEP-Live- trete er auch regelmäßig dort auf. „In diesem Jahr werden wir bei der Abschlussveranstaltung mitwirken.“

Im Schnitt kämen zu der nun im sechsten Jahr stattfindenden Veranstaltungsreihe zwischen 80 und 90 Leute zu den einzelnen Auftritten, viele davon Stammgäste, aber man sehe auch immer neue Gesichter. Astrid Wentzel aus St. Wendel gehört zu denen, die schon häufiger im Rathaus zu Gast waren. Als Fan von Soul und Blues sei es für sie wunderbar, dass die Gemeinde Freisen solche Events anbiete und man nicht immer in die Ferne schweifen müsse.

Freisens Bürgermeister Karl-Josef Scheer (SPD), der sich die Auftritte ebenfalls nie entgehen lässt, war voll des Lobes für Weigerding, der durch seine guten Kontakte die  „kleine aber feine“ Konzertreihe erst ermöglicht habe.

Andrew Lauer präsentierte eigene Songs und Coverversionen. Foto: B & K/Franz Rudolf Klos

Im kommenden Jahr plane die Gemeinde, die erfolgreiche Serie fortzusetzen, viele Bands seien schon engagiert und es werde auch wieder ein Open Air geben. „Live im Sitzungssaal“ sei ein großer Gewinn im kulturellen Bereich der Gemeinde.