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Kusel zeigt Ende März, dass es kein Bock auf Nazis hat

„Kein Bock auf Nazis“ : Ein Wochenende wider das Vergessen

Vorträge, Film und Musik stehen Ende März im Landkreis Kusel auf dem Programm. Der Veranstalter möchte damit ein klares Statement gegen rechtes Gedankengut setzen und sich zu einer toleranten Gesellschaft bekennen.

Ein Wochenende wider das Vergessen steht es am Freitag und Samstag, 27. und 28. März, in Kusel an. Am Freitag wird Regisseurin, Schauspielerin und Moderatorin Mo Asumang im evangelischen Gemeindehauses in Offenbach-Hundheim ihren Film „Die Arier“ zeigen und aus ihrem Buch „Mo und die Arier: allein unter Rassisten und Neonazis“ lesen. Anschließend stehe sie zum Gespräch zur Verfügung, wie es in einer entsprechenden Mitteilung heißt.

Am Samstag, 28. März, wird es ab 18 Uhr einen Vortrag mit anschließendem Konzert im Mehrgenerationenhaus in Kusel geben. Politologin und Journalistin Andrea Röpke zeigt in einem Vortrag die unterschiedlichen Einstellungen und Vorgehensweisen von modernen Nazis. Für Rechtsextreme sei es inzwischen kein Problem mehr, sich mit Themen wie Veganismus, Umweltschutz oder ökologischen Lebensweisen zu beschäftigen oder diese auch zu leben, erklärt Röpke. Diesbezüglich sei Aufklärung und Information enorm wichtig. Das Bild des klassischen Stiefel-Bomberjacken-Glatzen-Nazis müsse überwunden und aktuelle rechte Verhaltensweisen aufgezeigt werden, ist die Journalistin überzeugt. Röpke wurde für ihre Recherchen mehrmals ausgezeichnet, unter andrem erhielt sie „Das unerschrockene Wort“ (2009) und „Journalistin des Jahres“ (Kategorie Politik, 2011), den Paul-Spiegel-Preis für Zivilcourage (2015) und Otto-Brenner-Preis (2017).

Ab 20 Uhr steigt dann das Kein-Bock-auf-Nazis-Festival, das in diesem Jahr zum zehnten Mal stattfindet. Mit dabei ist eine Auswahl an Bands aus aller Welt. Die Band Arrested Denial beispielsweise kommt aus Hamburg und spielt Punkrock. Mit dabei sind außerdem The Movement, Mod-Punker aus Kopenhagen, die Punkrpck/Grunge-Gruppe Molly Punch aus Köln und die queer-feministische Rapperin Babsi Tollwut aus Berlin.

Die Band Movement aus Kopenhagen. Foto: Band

Das Wochenende soll laut Aussage der Veranstalter ein klares Statement gegen rechtes Gedankengut im Landkreis Kusel setzen und sich zu einer offenen und toleranten Gesellschaft bekennen.