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Kleinspielfeld sorgt für Ärger

Kleinspielfeld sorgt für Ärger

Freisen. Wahlkampfstimmung lag in der Luft, als die Freisener Gemeinderatsmitglieder am Mittwochabend den Haushalt 2009 berieten - und am Ende dann trotz heftiger Diskussion einstimmig absegneten (wir berichteten kurz). Zum einen ging es darum, dass der SPD-Fraktionssprecher Dieter Neurohr "die von der CDU dominierten Ortsteile bevorzugt behandelt" sieht

Freisen. Wahlkampfstimmung lag in der Luft, als die Freisener Gemeinderatsmitglieder am Mittwochabend den Haushalt 2009 berieten - und am Ende dann trotz heftiger Diskussion einstimmig absegneten (wir berichteten kurz). Zum einen ging es darum, dass der SPD-Fraktionssprecher Dieter Neurohr "die von der CDU dominierten Ortsteile bevorzugt behandelt" sieht. Und das nicht nur in diesem Haushalt, sondern grundsätzlich in den vergangenen 15 Jahren. "Kleine Ortsteile werden schlechter gestellt, selbst kleinere Maßnahmen kommen nicht zum Zug; im Gegensatz dazu wird Grügelborn zu einem Hauptort der Gemeinde aufgemöbelt." Sein Parteikollege Karl-Josef Scheer fordert daher die Verwaltung auf, eine Auflistung zu erstellen, in welchen Ort wie viel in den vergangenen Jahren investiert wurde. Das sicherte Bürgermeister Wolfgang Alles zu, gab aber auch zu bedenken, dass "in den einzelnen Ortsteilen unterschiedliche Bedürfnisse und unterschiedliche Standards der kommunalen Infrastruktur" bestehen. Unverständnis zeigt die SPD-Fraktion in erster Linie aber für das geplante Kleinspielfeld. Dieses 30 auf 45 Meter große Feld wird im Rahmen eines Programms des Innenministeriums an den Standorten von Gymnasien und Realschulen im Land gebaut. Es kostet rund 370 000 Euro, der Eigenanteil der Gemeinde beläuft sich auf 70 000 Euro. Wegen der besonderen Problematik - der Naturrasenplatz in Freisen ist einer der höchstgelegenen im gesamten Saarland und daher in einem schlechten Zustand - habe Alles bereits mit dem Ministerium verhandelt, dass das Spielfeld in Freisen größer als anderswo gebaut wird. "Damit im Winter der FC Freisen auch darauf trainieren kann", sagt Alles. Außerdem könnten einige Jugendmannschaften ihre regulären Spiele dort austragen. Gebaut werden soll das Spielfeld noch in diesem Sommer auf den bisherigen Parkplatz oberhalb des Rathauses. Die SPD hätte es lieber gesehen, das Geld in die Umwandlung des Rasenplatzes in einen Kunstrasenplatz zu investieren. "Die Gelder sind zweckgebunden", wies CDU-Fraktionssprecher Joachim Bonenberger darauf hin, dass die Zuschüsse nicht einfach für andere Projekte verwandt werden dürften. Außerdem sei das Kleinspielfeld auch für Kinder und Jugendliche gedacht, die nicht in Vereinen organisiert sind und "möglichst viele Sportarten ausprobieren wollen". Bonenberger weiter: "Das Feld stärkt unseren Schulstandort."In diesem Zusammenhang ärgerte sich der Asweiler Ortsvorsteher Harald Borger, dass zwar für ein Kleinspielfeld Geld da sei, die Sanierung des Asweiler Sportplatzes aber wieder verschoben werde: "Das letzte Mal wurde der Sportplatz 1965 saniert." Alles verwies auf die Prioritätenliste, die vor einigen Jahren erstellt worden sei. Diese sah Asweiler nach Freisen, Oberkirchen, Haupersweiler und Reitscheid erst an fünfter Stelle. Die ersten drei Plätze seien abgehandelt, Reitscheid sei derzeit in der Planung. Aber auch Alles kam auf den zweckgebundenen Zuschuss zu sprechen: "Wir dürfen nicht Äpfel mit Birnen vergleichen."

DieterNeurohr
Karl-JosefScheer
Wolfgang Alles

Auf einen BlickEckdaten des Haushalts 2009: Im Ergebnishaushalt belaufen sich die Erträge auf 12 228 190 Euro, die Aufwendungen auf 15 072 925 Euro, im Saldo also ein Minus von 2 844 735 Euro. Im Finanzhaushalt belaufen sich die Einzahlungen aus Investitionstätigkeit auf 2 224 700 Euro, die Auszahlungen auf 2 714 200 Euro. Das ergibt ein Minus von 489 500 Euro und ist gleichzeitig der Betrag, der für Kredite festgesetzt wird. Am Jahresende 2009 werden sich die voraussichtlichen Schulden der Gemeinde auf rund 22 Millionen Euro erhöht haben. Die Gemeinde investiert 2009 rund 2,7 Millionen Euro. him