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Kirchengemeinde sucht Verwalter für Pfarrheim in Oberkirchen

Kirchengemeinde sucht Verwalter für Pfarrheim Oberkirchen : Pastor bangt um gesellschaftliches Leben

Norbert und Marliese Müller hören auf –  Kirchengemeinde sucht nun neue Verwalter fürs Pfarrheim in Obekirchen.

Wo können sich die Menschen des Weiselberg-Dorfes Oberkirchen im kommenden Jahr zu gesellschaftlichen Anlässen treffen und gemeinsam feiern? Das ist derzeit eine viel gestellte Frage im Ort. Denn das Pfarrheim, im Volksmund Volkshaus genannt und zentraler Treffpunkt im Dorf, hat dann keinen Verwalter mehr. Nach 22 Jahren geben Norbert und Marliese Müller aus gesundheitlichen Gründen am Jahresende die Verwaltung des Pfarrheimes auf. „Nach so vielen Jahren ist da eine Menge Wehmut dabei“, sagt Norbert Müller. Damals, so blickt er zurück, sei er ins kalte Wasser geworfen worden, als seine Vorgänger, das Ehepaar Stemmler aus Haupersweiler, aufhörte. „Man hat mir ein Bündel mit Schlüssel in die Hand gedrückt und seitdem habe ich den Bund“, berichtet er.

Das Ausscheiden des Ehepaares Müller erfüllt Pastor Hanno Schmitt mit großer Traurigkeit. „Norbert und Marliese Müller waren ein Glücksfall und Segen für die Pfarrei“, betont er. Ihr Verlust bedeute einen tiefen Einschnitt. „Sie haben sehr viel ehrenamtliches Engagement hinein gesteckt und mit großem Einsatz eine tiefe Bindung zur Kirche gespannt“, sagt der Pastor. Die katholische Kirchengemeinde steht jetzt vor der Herausforderung, das Pfarrheim als kulturelle und soziale Begegnungsstätte zu erhalten. „Es wäre sonst ein Riesenverlust für die Kirchen-und Zivilgemeinde, denn auch das außerkirchliche und familiäre Leben wird sonst verloren gehen“, meint Schmitt. Er denkt dabei auch an das Befinden der älteren Bürger. „Wenn ein Treffpunkt für sie da ist, hilft das über die Vereinsamung der älteren Menschen hinweg“, meint er.

Als Alternative sei die Festhalle für diverse Feieranlässe zu groß. Im Pfarrheim hat sich in der Vergangenheit vom Seniorennachmittag über Pfarrfest, die Hochzeitsfeier, Konzerte, Vereinsfeten bis zum Yoga-Kurs der Volkshochschule alles abgespielt. Auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hat dort mit dem Café Vergissmeinnicht ein Betreuungsangebot für demenzkranke Menschen etabliert. „Die Bevölkerung hat sich darin getroffen, und zu allen Lebenswendungen ist gefeiert worden“, was Pastor Schmitt immer erfreut habe.

Nun versuche die Kirchengemeinde, einen Nachfolger für das Ehepaar Müller zu finden. „Das Pfarrheim mit Küche ist voll betriebsfähig“, sagt Schmitt. Allerdings, so ergänzt er, bestehe ein Sanierungsstau. Man könne jetzt keine Investition tätigen, wenn vonseiten des Bistums überhaupt nicht klar sei, ob das Pfarrheim überhaupt weiter betrieben werden kann, erläutert Schmitt die nicht einfache Situation.

Seit März ist wegen der Corona-Pandemie das Pfarrheim dicht, sämtliche bereits terminierten Feiern und Veranstaltungen mussten gestrichen werden. „Wir haben keinen Umsatz, und die laufenden Kosten stehen zu Buche. Wir können ja das Gebäude nicht kalt stehen lassen“, so der Pastor. Er bitte auch die Vereine, Gruppen und politischen Parteien, die Kirchengemeinde bei ihrem Bemühen um den Fortbestand dieses Hauses zu unterstützen. „Es wäre ein großer gesellschaftlicher Verlust für unsere Kirchengemeinde und den Ort Oberkirchen, wenn das Pfarrheim nicht mehr weiter betrieben werden könnte oder sogar geschlossen werden müsste“, stellt Schmitt fest.

Wer Interesse hat, Aufgaben im Pfarrheim zu übernehmen, kann sich im Pfarrbüro, Telefon (0 68 55) 2 48, oder bei dem stellvertretenden Pfarrverwaltungsrat-Vorsitzenden Reinhard Loch unter der Telefonnummer  (0 68 55) 14 88, melden.