Jury fand Gefallen an der „Mille“

Jury fand Gefallen an der „Mille“

Platz zwei für „die Mille“ in Haupersweiler. Beim landesweiten Wettbewerb „Saarländische Bauernhäuser – Zeugnisse unserer Heimat“ teilt sich das Haus von Andrea und Peter Schwan gemeinsam mit zwei weiteren Bewerbern den zweiten Rang. Beim 17. Wettbewerb haben die Juroren des Institutes für Landeskunde keinen ersten Platz vergeben.

Mit der Einordnung des Bauernhauses von Andrea und Peter Schwan in Haupersweiler hatte die Landesjury eingangs so ihre Probleme. "Gut, dass wir die alten Bilder zur Verfügung haben, um die Veränderungen nachvollziehen zu können", erklärte Juror Delf Slotta. Daraufhin nahmen die sieben Experten das Anwesen anlässlich des landesweiten Wettbewerbs "Saarländische Bauernhäuser - Zeugnisse unserer Heimat " in Augenschein. "Es wird noch als landwirtschaftlicher Betrieb genutzt, bis vor zwei Jahren hatten wir noch Milchwirtschaft ", berichtete Andrea Schwan der Delegation. Im Jahre 1878 sei der Bauernhof zum Haus umgebaut worden, und bis 1964 sei die ehemalige restaurierte Mühle, im Dorf "die Mille" genannt, noch in Betrieb gewesen. Mit einem Stift kreuzten die Jurymitglieder die Bewertungskriterien an und notierten weitere Details als Bemerkung. "Der jetzige Keller ist das frühere Erdgeschoss des Hauses", ergänzte Schwan. Und genau dieser Aspekt verschaffte der Jury endgültige Klarheit über die Aufteilung des Bauernhauses. "Die neuen Gewände und die Fenster sind an der Umrandung rechts verankert worden", stellte der Architekt und Stadtplaner Peter Alt fest.

Neben dem allgemeinen Zustand der Bausubtanz beäugte die Jury die fachgerechten Restaurierungen im Kontext zur charakteristischen Bauweise aus der Entstehungszeit. Abschließend resümierte der Geograf Slotta salopp: "So einen Huddel mit einem Haus hatten wir selten, weil die Struktur verändert worden ist".

Guten Eindruck hinterlassen

Beim 17. Bauernhaus-Wettbewerb hat das Anwesen Schwan aber einen sehr guten Eindruck hinterlassen und landete gemeinsam mit zwei weiteren Bauernhäusern in Bebelsheim und St. Arnual auf dem zweiten Platz. "Trotz eines laufenden landwirtschaftlichen Betriebes hat uns beeindruckt, wie gut das Bauernhaus in Schuss ist", begründete Jurychef Heinz Quasten. Am Haus seien zudem keine gravierenden baulichen Veränderungen vorgenommen worden. Des Weiteren punktete Andrea Schwan mit dem großen Bauerngarten. Mit 3000 Euro, so Jurychef Quasten, sei der zweite Platz in diesem Jahr ungewöhnlich hoch dotiert worden. "Einen ersten Platz haben wir nicht vergeben", teilte er mit.

Insgesamt schauten sich die Juroren Jahr sieben Häuser im ganzen Saarland an. Darunter war das 1845 erstmals erwähnte Bauernhaus in Osterbrücken, welches Christa und Heinz Böshaar 1983 gekauft haben. Damals war noch die Volksbank, die Raiffeisenbank und phasenweise ein Wahllokal in dem Haus beheimatet. "Ich habe das Haus mit Scheune alleine umgebaut, es war eine Mordsarbeit", sagte Heinz Böshaar. Die Gestaltung des rückseitigen Bereichs sah die Jury allerdings grundsätzlich nicht im Sinne eines ehemaligen landschaftlichen Betriebes an. Beim Scheunentor, der Haustür und den Fenstern wie bei der farblichen Gestaltung setzten die Juroren zusätzlich den Rotstift an und stuften in der Endabrechnung das Bauernhaus in Osterbrücken als "nicht preiswürdig" ein. 2018 geht es mit dem Wettbewerb weiter, dann werden zum 18. Mal die schönsten historischen Bauernhäuser vom Ministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz ausgezeichnet.