Julius Becker aus Freisen studiert auf Hawaii und half beim Ironman

Kostenpflichtiger Inhalt: Stipendium dank des Fußballs : Ironman bringt ein Stück Heimat nach Hawaii

Julius Becker aus Freisen studiert in den USA, spielt dort Fußball und unterstützte jüngst Marco Forster beim Ironman.

30 Grad, Palmen, Fußballspielen am Strand von Hawaii: Das, was sich wie Urlaub anhört, ist für Julius Becker aus Freisen derzeit Alltag. Und Arbeit zugleich. Denn der 19-Jährige studiert an der University of Hawaii. Zu verdanken hat er das dem Fußball und einem damit verbundenen Stipendium.

Mit dem Gedanken, für eine Weile in die USA zu gehen, spielte er schon seit etwa zwei Jahren. Zum ersten  Mal gehört hatte er vor einigen Jahren, als seine Familie einen Studenten der Ohio Wesleyan University, ebenfalls Fußballer,  für etwa zwei Wochen bei sich aufnahm. Die Idee verfestigte sich, als Vertreter eines Programmes, das deutsche Fußballer in die USA bringt, auf ihn zukamen. „Das hörte sich gut an“, erzählt Julius Becker. Also schickte er ein Video mit seinen besten Fußball-Szenen an verschiedene Unis und Trainer in den Staaten. Gleich mehrere Universtiäten boten ihm daraufhin an, bei ihnen zu studieren. In Virginia, Montana oder South Carolina. „Als dann das Angebot aus Hawaii kam, habe ich nicht lange gefackelt“, erzählt der 19-Jährige. Vom Fußball her habe es zwar bessere Optionen gegeben, aber „die Chance, auf Hawaii zu leben, die bekommt man nicht oft“.

Seit zwei Monaten wohnt er nun auf Big Island, der Hauptinsel des US-Bundesstaates. Vier Jahre will er dort bleiben, um seinen Bachelor in Psychologie zu machen. Und, um Fußball zu spielen. Die Uni ist in der Division zwei vertreten. Diese Divisionen stehen nicht für die Qualität, sondern rein für die Größe der Schule. Etwa 5000 Studenten gebe es in der 43 000-Einwohner-Stadt Hilo. Und dort hat der junger Freisener einen Traum: „Ich möchte mit dem Fußball irgendwas erreichen.“ Dass er es so weit gepackt habe, sei für ihn schon unglaublich. „Und diesen Weg möchte ich weiter gehen.“ Dabei ist er sich bewusst, dass das nicht einfach ist. „Tausende wollen Profi werden.“ Aber Julius Becker legt sich ins Zeug, damit Profi-Clubs, die in den USA meist in den Colleges nach neuen Spielern Ausschau halten, auf den Defensivspieler aufmerksam werden.

Diese Woche hat er in Los Angeles die Möglichkeit dazu. Die Liga, in der die Uni von Hawaii spielt, besteht aus zwölf Mannschaften. Vier davon sind auf der Insel, die restlichen in Kalifornien. Für ein Auswärtsspiel sitzen er und seine Teamkollegen dann schon mal fünf bis sechs Stunden im Flieger. Aber während der Tour in den Sonnenstaat an der Westküste stehen gleich mehrere Spiele an. „Wenn wir nach Kalifornien reisen, dann bleiben wir dort eineinhalb Wochen und absolvieren gleich drei bis vier Spiele“, so Becker. Das erste Saisonspiel hat sein Team übrigens verloren, das zweite gewonnen. „Damit stehen wir im Mittelfeld, aber es ist mehr drin.“

Der Fußball in den USA sei weniger taktisch als in Deutschland,  mehr auf die Pyhsis ausglegt. Daher hält er sich auch für fitter als zu seiner Zeit zu Hause, als er zunächst für Freisen, später für St. Wendel, Primstal und Elversberg spielte. Kein Wunder, steht jeden Morgen um 5.45 Uhr Training auf dem Programm. „Wegen der Hitze stehen wir so früh auf“, sagt der 19-Jährige, der sein Abitur an der Waldorfschule in Walhausen machte. Bis 8 Uhr stehe er mit dem Team auf dem Platz, ab 9 Uhr sitzt er dann im Hörsaal. Gegen 14 Uhr sei er fertig. Hausaufgaben machen, noch eine Runde laufen – und dann erst kann er auf der Insel was unternehmen. „Hier gibt es so viele Möglichkeiten; ich mag die Strände, aber auch die Wälder und Wiesen.“

Vollen Einsatz zeigt Julius Becker aus Freisen bei den Spielen auf Hawaii oder in Kalifornien. Foto: Chad Hanashiro
An der Universität von Hawaii studiert der 19-jährige Julius Becker aus Freisen. Bei ihm herrschen derzeit 30 Grad. Foto: Julius Becker
Zwei Freisener auf Hawaii: Beim Ironman unterstützte Julius Becker den Sportler Marco Forster (rechts). Foto: Becker. Foto: Becker
Zwei Freisener auf Hawaii: Beim Ironman unterstützte Julius Becker den Sportler Marco Forster (rechts).  . Foto: Becker

Ein besonderes Erlebnis hatte er am Sonntag vor einer Woche. Er half als Volunteer (Freiwilliger) beim Ironman mit. Und traf dabei auf einen alten Bekannten: Marco Forster. Dieser stammt aus Freisen und war bei diesem harten Wettkampf mit von der Partie. „Es war wie ein Stück Heimat hier auf Hawaii“, erzählt Becker.  Für ihn sei es interessant gewesen zu sehen, wie ein solches Groß-Event abläuft. Und er hat größten Respekt vor den Sportlern: „Es ist schon krass, dass die Athleten noch einen Marathon hinlegen, wenn sie vorher schon so lange geschwommen und Rad gefahren sind.“ Einer von ihnen war der 40-jährige Forster. „Nachdem ich den Athleten Wasser gereicht hatte, konnte ich Marco ins Ziel laufen sehen.“ Das war nach zehn Stunden und neun Minuten und bedeutete Platz 601 in der Gesamtwertung – bei mehr als 2300 Teilnehmern.

Mehr von Saarbrücker Zeitung