Whisky-Event: Jetzt gibt es Whisky made in Grügelborn

Whisky-Event : Jetzt gibt es Whisky made in Grügelborn

Zum 90. Geburtstag des Obst- und Gartenbauvereins soll die Spezialität verkostet werden.

Whisky gilt als alkoholisches Getränk für den stillen Genießer. Guter Whisky kommt aus Schottland, Irland oder aus den US-amerikanischen Staaten Tennessee und Kentucky. Das behaupten jedenfalls Kenner. Nun gibt es auch Whisky made in Grügelborn, der noch drei Jahre und einen Tag im Eichenfass lagern muss. „Laut Verordnung der Europäischen Union muss er so lange in einem Holzfass reifen, erst dann darf er als Whisky bezeichnet werden“, erläutert Stefan Becker, Vorsitzender des Grügelborner Obst- und Gartenbauvereins (OGV). Am 90. Geburtstag des OGV, so Becker, werde der Whisky dann verköstigt.

Seit dem 1. Januar hat die Europäische Union (EU) mit einer Novellierung das Branntweingesetz geändert. „Wir haben das Brennrecht und dürfen mehlische Maische ansetzen und abbrennen“, erklärt Becker. Dazu schütten er und Gerd Johann zur Destillation in der Brennerei die mit Weizen- und Roggenmehl sowie mit Malz gefüllten Säcke in den Maischebehälter. Anschließend übernimmt Markus Seibert den Herstellungsprozess. „Die Maische wird auf 70 Grad erhitzt“, informiert Seibert. Mit dem Zusatz der Hefe kühlt er die breiige Masse auf 30 Grad runter. Die Hefe wandele den Zucker dann in Alkohol um. Mit der Zunge eines Gourmets schmeckt Seibert die Maische ab und stellt abschließend fest: „Sie ist zuckersüß“.

Beim  Brennvorgang durchläuft die Maische eine kupferne Brennblase. „Mit dem Wasserdampf steigt die Temperatur in der Brennblase bis auf 120 Grad, und gleichzeitig steigt der Alkohol mit hoch“, so Seibert. Die Destillation trenne den Alkohol sowie den Großteil der Geruchs- und Geschmacksstoffe vom Wasser und konzentriere sie. Seibert geht von einem Alkoholgehalt von mehr als 80 Volumenprozent aus. Und langsam rinnt die helle Flüssigkeit aus dem Mittellauf der Brennblase in einen Eimer. Seiberts sensorische Prüfung verrät Gutes. „Die Ausbeute ist gut, es passt“, ergänzt Diplom-Braumeister Philipp Wagner.

Gerd Johann (vorne) und Markus Seibert pumpen die Maische in die Brennblase. Foto: Frank Faber

12,8 Liter Rohalkohol kann Seibert in das Eichenfass einfüllen, der darin auf ein Alkoholvolumen von 60 Prozent reduziert wird. „Insgesamt werden wir neun Brände durchziehen, dann haben wir 150 Liter im Fass drin“, teilt Wagner mit. Jeder einzelne Vorgang muss von den Grügelborner Whiskybrennern beim Hauptzollamt Stuttgart angemeldet werden. Für das Abbrennen von 100 Kilogramm Getreide hat der OGV im Vorfeld 234 Euro an Steuern gezahlt. Wer nun nicht mehr als drei Jahre auf die Whisky-Verköstigung warten will, kann mal beim OGV den „Schinkaul Moonshine“ testen. Die Spirituose ist mit Holzextrakt angesetzt, quasi die schnelle Form der Reifung im Fass. „Sie darf deshalb aber auch nicht den Name Whisky tragen“, stellt Vereinschef Becker klar. Auch hat der Verein selbst gebrannten Gin in seinem Sortiment.

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