1. Saarland
  2. St. Wendel
  3. Freisen

In Freisen soll ein Bürgerwald entstehen

Kostenpflichtiger Inhalt: Nachhaltige Aktion : In Freisen entsteht demnächst ein Bürgerwald

Eine Fläche für rund 1000 Bäume ist bereits präpariert. Im April oder Mai soll es eine Pflanz-Aktion geben, bei der jeder mitmachen darf.

Ein Mann sollte in seinem Leben einen Baum pflanzen, ein Haus bauen und einen Sohn zeugen. Diese Aussage – ob wahr oder nicht – wird Martin Luther zugeschrieben. Erstgenanntes ist künftig nicht nur im eigenen Garten möglich, sondern auch im Bürgerwald, der in Freisen entstehen soll. „Wir wollen damit ein Zeichen setzen“, sagt Freisens Bürgermeister Karl-Josef Scheer (SPD). In Sachen Nachhaltigkeit. Aber auch um zu „zeigen, was Wald bedeutet“. Es ist ein Anliegen zu sensibilisieren für die Bäume, den Wald, die Natur. Scheer stellt sich vor, dass Opa oder Oma, Mama oder Papa, mit Kind oder Enkel im Bürgerwald Bäume pflanzen und später auch immer wieder zu „ihrem Baum“ spazieren. Denn jeder Baum bekommt eine Nummer, ist also mühelos wiederzuerkennen.

Die Fläche ist gefunden. „Das war das Schwierigste an der Sache“, gesteht Förster Oliver Linnebach. Drei Wochen lang hat er den 620 Hektar großen Gemeindewald abgesucht. Voraussetzung war, dass die Fläche derzeit nicht produktiv genutzt wird. Und dass sie leicht zugänglich ist. Damit auch ältere Menschen oder Männer und Frauen, die nicht so gut zu Fuß sind, mühelos dorthin gelangen können. Auf dem „Steinernen Mann“ wurde der Förster schließlich fündig. Er entdeckte eine Fläche, wo lediglich Haselnuss und Schwarzdorn gepflanzt waren. Mittlerweile sind die Büsche entfernt und gehäckselt. Das hat der Bauhof bereits im Januar erledigt. „Wir haben eine Fläche von 3000 Quadratmetern vorbereitet, bei Bedarf können wir jederzeit erweitern“, sagt Scheer. Jetzt werde das Gelände noch einmal durchgemulcht, und dann kann es losgehen.

Scheer schwebt vor, dass auch die Viertklässler und die Vorschulkinder einbezogen werden. Sie werden sich an der Pflanz-Aktion beteiligen. Aber nicht nur sie. Jeder, der Lust und Laune hat, kann einen Baum pflanzen. Und das unter Anleitung. Zunächst muss er sich dafür in eine Liste, die im Rathaus ausgelegt wird, eintragen. Die Gemeinde legt dann einen Termin fest, an dem alle, die mitmachen wollen, zu dem präparierten Stück am Waldrand kommen sollen. Arbeitsgeräte liegen dann bereit, die Setzlinge besorgt die Gemeinde. Ein Mischwald soll es werden. Linnebach denkt an Weißtannen und ein paar Eichen. Etwa fünf Euro muss jeder Hobby-Förster für seinen Baum zahlen. In dem Preis inbegriffen ist auch eine Wuchshülle als Schutz.

„Auf die Fläche kriegen wir etwa 1000 Bäume“, sagt Linnebach. Diese werden wohl nicht an einem Tag – vermutlich im April oder Mai – gepflanzt. Mehrere solcher Aktionen würden in den nächsten Monaten und Jahren organisiert. „Es soll keine Eintagsfliege sein“, sagt Scheer. Im Gegenteil, auch in Jahrzehnten soll der Bürgerwald noch seinen Sinn erfüllen. Scheer: „Wenn dann der Erwachsene dort vorbeispaziert und sich erinnert: Diesen Baum habe ich mit meinem Opa gepflanzt.“

Oliver Linnebach (rechts) zeigt Bürgermeister Karl-Josef Scheer, was in dem Waldstück schon alles gemacht wurde. Foto: Melanie Mai
So sollen die Setzlinge später einmal im Freisener Bürgerwald aussehen, umgeben von Schutzhüllen. Foto: Oliver Linnebach
So sieht die Weißtanne im Freiwuchsgitter aus. Es soll ein Mischwald entstehen. Neben Tannen könnten auch Eichen gepflanzt werden. Foto: Oliver Linnebach

www.freisen.de