Huskys unterwegs im Wildpark

Freisen. "Ab und links", ruft Marc Schikowski vom Trainingswagen seinen vier Hunden zu. Das Gespann ändert die Richtung und steuert auf einen Feldweg zu. "Arbeiten", feuert Schikowski seine Tiere wenig später an einer Steigung an. Er unterstützt die vier Alaskan Malamutes, indem er wie beim Tretrollerfahren mit einem Fuß Tempo macht

Freisen. "Ab und links", ruft Marc Schikowski vom Trainingswagen seinen vier Hunden zu. Das Gespann ändert die Richtung und steuert auf einen Feldweg zu. "Arbeiten", feuert Schikowski seine Tiere wenig später an einer Steigung an. Er unterstützt die vier Alaskan Malamutes, indem er wie beim Tretrollerfahren mit einem Fuß Tempo macht. Nach fünf Kilometern endet die Übungsrunde wieder auf dem Festplatz des Naturwildparks Freisen. Dort haben am vergangenen Wochenende 15 Musher, so werden Hundeschlittenführer im Fachjargon genannt, ihr Trainingscamp aufgeschlagen. Marco Webers, Lagernachbar von Marc Schikowski, gönnt seinen zwölf Hunden Ruhe. Sie liegen angekettet vor seinem Lkw. "Die Tiere schalten total ab", sagt Webers. Der Nonnweiler hat mit seinen sibirischen Huskys nicht nur das Langstreckenrennen im österreichischen Innerkrems gewonnen, sondern war im Jahr 2007 "Iron Sleddog Man" (eiserner Hundeschlittenmann). So dürfen sich Musher nennen, die die drei härtesten Langstreckenrennen Mitteleuropas in einer Saison beendet haben. Bei diesen Wettbewerben fahren die Gespanne 350 Kilometer in drei Tagen, und es geht unter anderem schwarze Skipisten hinauf, die eine Steigung von bis zu 70 Prozent haben. "Ich habe kein Interesse an Wettkämpfen", sagt dagegen Musher Patrick Kebig aus Ensdorf. Er sitzt neben seinem Wohnwagen, während seine drei Hunde auf Matten dösen. Hundeschlitten beziehungsweise Trainingswagen fahre er nur aus Spaß an der Freude. Als Musher müsse man bei der Fahrt voll konzentriert sein, um rechtzeitig reagieren zu können, beispielsweise wenn plötzlich Wild auftaucht. "Das Gespann wird nur durch die Kommandos gelenkt", erklärt Kebig. Das milde Wetter am Wochenende ist nicht so recht nach dem Geschmack der Hundewagenfahrer. "Wir starten nur bei Temperaturen unter 15 Grad", sagt Patrick Kebig. Er greift in das Fell seiner Hündin Shakira und fährt fort: "Vor ein paar Wochen war sie noch relativ kahl. Aber als es dann kälter wurde, wurde ihr Fell wieder dichter. Die Hunde reagieren schnell auf das Wetter." Patrick Kebig besitzt keine Huskys, sondern einen Mischling sowie zwei Alaskan Malamutes. Das ist eine der ältesten arktischen Hunderassen. Sie sind kräftiger als Huskys und werden als Lastenschlepper eingesetzt. Man nennt sie deshalb auch die "Lokomotiven des Nordens". Bevor es auf die Trainingsstrecke geht, werden die Hunde gewässert. Damit die Tiere genügend trinken, mischt Patrick Kebig ausgelassenes Fett oder Joghurt in die Näpfe. Diese Geschmacksrichtungen lieben die Hunde.Einen eigenen Kopf "Der Leithund muss Führungsqualitäten haben", erzählt Hunderennenfahrer Marco Webers. Wenn er seiner Leithündin Akiko das Geschirr anlege, fühle sie sich "wie der absolute King". Ein Leben ohne Huskys kann sich Webers nicht mehr vorstellen. An den Tieren mag er, dass sie ihren eigenen Kopf haben, aber trotzdem teamfähig sind. Beruflich vertreibt Webers Hundezubehör. Sein Geschäft heißt genauso wie der Ruheplatz der Musher und ihrer Hunde: stake-out. Während des dreitägigen Camps in Freisen, das von Achim Kuhn und Hubertus Böffel organisiert wurde, fahren sie nicht nur ihre Trainingsrunden, sondern tauschen auch Erfahrungen aus und lernen sich näher kennen. Die meisten sind mit Familienangehörigen angereist. Denn nicht nur das Hundewagenfahren ist Teamarbeit, sondern auch das Versorgen der Tiere. "Das geht nur gemeinsam", sagt Kebigs Ehefrau Maria.