Huskys müssen trinken und trinken

Huskys müssen trinken und trinken

In Schwarzerden haben sich zehn Schlittenhundeführer mit ihren Huskys beim Trainingscamp in die bevorstehende Saison geschwungen. Trainiert wurde auf einer sieben Kilometer langen Strecke, allerdings durfte dabei das Thermometer die 15-Grad-Marke nicht übersteigen.

Es ist noch Suppe da. Musher André Willig aus Schwarzerden , so werden die Schlittenhundeführer bezeichnet, versorgt elf Siberian Huskys mit einer heißen Suppe mit wenig Fleischinhalt, damit das Mahl nicht so schwer im Magen liegt. "Sie sollen ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen", sagt Willig, der das Trainingscamp für Schlittenhunde in Schwarzerden organisiert hat.

Frühmorgens herrscht in seinem Rudel große Unruhe. "Ich habe eine läufige Hündin drin, da drehen die Rüden am Rad", erklärt er. Optimistisch blickt er immer wieder auf das Thermometer. "Je kälter, desto besser. 15 Grad sind schon zu warm, dann können wir nicht starten", weiß Willig. Und dann, lautes Gejaule, Gekläffe beim Einschirren. "Das ist völlig normal, das ist die Vorfreude bei den Huskys, sie merken, dass es losgeht", sagt Willig.

Schneerennen in ganz Europa

Das Trainingscamp ist für die zehn Musher der Start in die Saison. Einige von ihnen fahren in der Wintersaison Schneerennen in ganz Europa mit ihren Hunden. "Da sind die Etappen zwischen 65 und 70 Kilometer lang", so der Schwarzerdener. Statt dem Schlitten wird in der schneefreien Zeit mit dem Trainingswagen gefahren.

Diese vierrädrigen Gefährte sind ganz unterschiedlich konstruiert. Auf ihnen steht der Musher ganz ähnlich wie auf einem Kufenschlitten. Willig will zehn Huskys einspannen und holt dafür einen modernen, gefederten Trainingswagen herbei.

Zwei unterschiedliche Strecken hat er zuvor abgesteckt. "Es geht durch den Wald, über Felder und Wiesen, weil die Pfoten der Huskys noch sehr weich sind", sagt Willig. Sein Kollege Frank Kolling wählt eine kleinere Version des Trainingswagens für sechs Huskys. Einen seiner Vierbeiner lässt er zunächst noch außen vor. "Der ist noch nicht ganz fit und zieht deswegen hinterher den Roller", verordnet ihm Kolling ein spezielles Aufbautraining.

Für Willig beginnt die kritische Phase. Er stellt sein Zehnergespann auf und legt abschließend den Huskys die Neckleine um den Hals. "Die Tiere sind jetzt kaum noch zu halten", sagt Willig noch und rast schon davon. Er wählt die längere Tour über sieben Kilometer, andere Musher trainieren über die Kurzdistanz, die weniger Steigungen im Profil hat. Eine halbe Stunde ist Willig für's erste mit dem Gespann auf Tour. "Meine durchschnittliche Geschwindigkeit wird so zwischen zwölf bis 15 Stundenkilometer betragen haben", berichtet er nach Beendigung seiner Testfahrt. An dieses Tempo und mehr müssten die Huskys bei den Trainingsläufen immer wieder rangeführt werden.

Zuerst versorgt er nun, unterstützt von Melanie Müller und ihrer Mutter Rosel, die Hunde mit frischem Trinkwasser. Eine eventuelle zweite Runde muss wegen der steigenden Temperaturen gestrichen werden. Willig nimmt das gelassen hin. "Wir haben noch ein bisschen Zeit." Anfang kommenden Jahres soll sein Gespann richtig in Form sein. Er will er dann an den Schlittenhunderennen im tschechischen Adlergebirge und an der Trans Thüringa in Thüringen teilnehmen. "Es ist schon toll, wenn man mit den Hunden lange unterwegs ist und es bis ins Ziel schafft", schwärmt er von den Schneerennen.

Und dafür müssen die Huskys neben regelmäßigem Training auch genügend Auslauf haben. Die Voraussetzung hat Willig neben seinem Wohnhaus geschaffen. Seine Hunde leben in einem 20 Quadratmeter großen Zwinger, an den ein 400 Quadratmeter großes Freilaufgehege angrenzt.