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Heidemarie und Gerd Gelzleichter halten in Eitzweiler das Brauchtum hoch

Hoffnung und Zuversicht : Brunnen in Eitzweiler österlich geschmückt

Der Freisener Ortsteil Eitzweiler hat in diesem Jahr wieder einen Osterbrunnen. Wie Ortsvorsteher Gerald Linn mitteilt, halten die Eheleute Heidemarie und Gerd Gelzleichter das alte Brauchtum hoch. Die Eheleute haben den Brunnen auf dem vor zehn Jahren vom Eitzweiler Ortsrat umgestalteten Brunnenplatz in der Eichenstraße am Palmsonntag geschmückt.

Der 1992 in Betrieb gegangene Rundbrunnen wurde im Jahr 2010 ersetzt. Die Wasserstelle, eine sanierte Notversorgung der ergiebigen Allerbachquelle für die beiden Ortsteile Asweiler und Eitzweiler, wurde damals auf Initiative des ehemaligen Ortsvorsteher Ernst Linn errichtet. Die Federführung lag beim St. Wendeler Wasserversorger WVW. Im Rahmen des Programmes „Notversorgung im Katastrophenfall“ war die Maßnahme vom Bund zu 100 Prozent bezahlt worden.

Der Brauch des Osterbrunnenschmückens beginnt zunächst mit dem Säubern der Anlage, dem sogennnten Fegen. Übten dieses Amt im Herkunftsland des österlichen Brauchtums in der Fränkischen Schweiz früher nur die jungen Burschen aus, so tun dies heute entweder die schmückenden Frauen oder deren Ehemänner. Danach wird der Brunnen geschmückt, im Volksmund spricht man dabei vom Brunnenputzen. Als Schmuck dienen ausgeblasene Eier, die einfarbig bemalt oder verziert sind. In manchen Orten ersetzten die verantwortlichen Personen die echten Eier durch Plastikeier, da die ausgeblasenen Natur-Werkstoffe entweder durch die Witterung oder gerne auch mal mutwillig zerstört werden.

Weiter gehören zum Schmuck einzelne oder zu Büscheln gebundene Papierbänder. Girlanden und Fichtenzweige werden um Brunnentröge gewunden oder zu Gerüsten und Kronen geflochten, an welchen die Eier befestigt werden. In manchen Ortschaften ziert zusätzlich echter Blumenschmuck die Brunnen. Die Krone, die die Eheleute Gelzleichter früher auf dem Rundbrunnen anbrachten, könne bei diesem Brunnen leider nicht mehr verwendet werden, erklärt Heidemarie Gelzleichter.

Der Hauptgrund für das Schmücken von Brunnen und Quellen ist vor allem in der Bedeutung des Wassers als lebensspendendes Element, so der Ortsvorsteher, „Wasser ist Leben – Wasser ist der Lebensquell“. Zudem soll der Osterbrunnen in der schwierigen Zeit von Corona Hoffnung und Zuversicht vermitteln.