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Kirchturm: Goldener Hahn ziert wieder den Kirchturm

Kirchturm : Goldener Hahn ziert wieder den Kirchturm

Termin in luftiger Höhe: Pastor Hanno Schmitt segnet 35 Meter über dem Kirchplatz die Gemeinde Freisen.

Es weht ein eisiger Wind um den Freisener Kirchturm. Gerade schlagen die Glocken drei Uhr. Und an der Spitze der Kirche St. Remigius herrscht ungewöhnlich viel Betrieb am Donnerstagnachmittag.  Auf dem Gerüst, das seit Juni das Gottes- 
haus umhüllt, stehen nicht nur, wie so oft, die Mitarbeiter der Dachdecker, der Restaurierung-Firma und des Architektenbüros. Dort oben, in etwa 35 Metern Höhe, spricht auch Pfarrer Hanno Schmitt den Segen für die Gemeinde.

Es ist ein besonderer Tag. Denn im Zuge der Sanierungsarbeiten (wir berichteten) ist ein weiterer Schritt gemacht. Die Kirche bekommt ihr Kreuz, ihre Kugel und ihren goldenen Hahn zurück. Alles ist wieder aufpoliert. Und in der Kugel sind nun Dokumente, die die Nachwelt an diesen Tag erinnern sollen. Hanno Schmitt hat eine Urkunde mitgebracht. Darauf ist unter anderem zu lesen, wer dieser Tage Papst, Bischof, Bundes- und Ministerpräsident, wer Bürgermeister und Ortsvorsteher in Freisen ist. Außerdem legte er einen aktuellen Pfarrbrief  und ein Zwei-Euro-Stück dazu. „Ich hatte eine Sonderprägung Saarland gesucht, aber leider auf die Schnelle nicht gefunden“, sagte der Pfarrer. Prompt schauen die Beteiligten in ihrem Geldbeutel nach, bevor es mit dem Bau-Fahrstuhl in luftige Höhe geht. Aber Fehlanzeige.

Kurt Jenal von der Restaurierungsfirma aus Schmelz legt die Urkunde in die Kupfer-Rolle und verlötet diese. Sie kommt in die Kugel, auf welcher das Kreuz seinen alten Platz findet. Hanno Schmitt bleibt es vorbehalten, zum Schluss den goldenen Hahn draufzusetzen. „Mir zittern jetzt noch die Knie“, beschreibt Schmitt seine leichte Höhenangst, als er wieder im Fahrstuhl  steht.

Auf der Fahrt nach unten erklärt Architekt Ralf Bock, was bisher an dem maroden Kirchturm gemacht wurde. „Wir haben insgesamt etwa 30 Quadratmeter Steine ausgetauscht.“  Bei einem denkmalgeschütztem Gemäuer wie diesem sei man darauf bedacht, möglichst viel alte Bausubstanz zu erhalten. Daher seien einige Steine nur teilweise, andere jedoch komplett ausgetauscht worden. Es habe sogar zwei bis drei Quadratmeter am Stück gegeben, die komplett erneuert wurden. Bei Sandsteinbauten in diesem Alter sei es normal, dass der eine oder andere Stein bröckele. „Aber in Freisen ist das alte Mauerwerk schon besonders schlecht“, sagt er.  Als 2011 ein Küster  Schmitt auf die Schäden aufmerksam machte, war dem Pastor sofort klar: Wir müssen handeln. Von dem Turm gehe Gefahr aus. Steine könnten herunterfallen.  Er schaltete den Bistumsarchitekten an. Seit Juni wird nun gebaut.

Der obere Teil des Gerüsts wird bald verschwunden sein. Der untere Teil bleibt noch etwa vier Wochen stehen. „Bis zum Wintereinbruch sind wir fertig“, sagt Bock. Noch müssen einige Steine verfugt werden. Auch die Turmuhren, die derzeit noch restauriert werden, kommen wieder an den Turm.

Hanno Schmitt setzt den goldenen Hahn auf seinen Platz. Foto: B & K/Franz Rudolf Klos

Kosten wird die Turm-Sanierung etwa 170 000 Euro. Davon trägt das Bistum Trier 99 000 Euro. Den Rest zahlt die Kirchengemeinde. Daher ist Schmitt besonders froh, dass die Firma Hörmann 25 000 Euro gespendet hat.