Neujahrsschwimmen: Genau so eiskalt, aber nicht so salzig

Neujahrsschwimmen : Genau so eiskalt, aber nicht so salzig

Für das Neujahrsschwimmen in Baumholder vermeldet der Veranstalter eine Rekordbeteiligung.

In der Ostsee hat er am Neujahrstag eine Runde gedreht. Am Sonntag war Enrico Ruß aus Satow dann beim Neujahrsschwimmen mit von der Partie. Zum siebten Mal hatte die DLRG-Jugend diese Spaß-Veranstaltung organisiert. Und der 48-Jährige hatte von seiner Freundin aus Birkenfeld davon erfahren. „Sie weiß, dass ich immer am 1. Januar beim Anbaden an der Ostsee mitmache und meinte, das wäre doch was für mich“, erzählt Ruß. Und sie lag richtig. „Gerne hätte ich noch eine zweite Runde gedreht“, sagt der Hartgesottene. 20 Meter lang war die Schwimmstrecke, die die Männer und Frauen im sieben Grad kalten Badesee zurücklegten. Im Gegensatz zu  Ruß waren die meisten allerdings froh, als sie wieder an Land waren.

39 Teilnehmer waren es dieses Mal. „So viele wie noch nie“, sagt Organisatorin Sarah Edinger.  „So viele hatte ich bei diesem Wetter nicht erwartet“, fügt sie hinzu. Während im vergangenen Jahr der Badesee zugefroren war und zunächst vom Eis berfreit werden musste, was für eine winterliche Atmosphäre sorgte, so war am Sonntag eher Grau-in-Grau angesagt.

Aber das schreckte die Schwimmer nicht ab. Teilweise mit Mütze und T-Shirt bibberten sie bereits am Sandstrand. „Das Warten vor dem Startsignal war das Schlimmste“, sagt die 16-jährige Sabina Kaps aus Baumholder. Die Begründung liefert sie gleich nach: „Der Sand war eiskalt.“  Ihre Freundin Alia Rapedius (15) aus Birkenfeld hatte schon etwas Bammel, bevor es ins Wasser ging. Aber dann war doch alles nicht so schlimm: „Ich habe mir das Wasser viel kälter vorgestellt.“

Gerade umgekehrt fühlte es sich für David Hetzel aus Baumholder an. „Obwohl im vergangenen Jahr eine Eisschicht auf dem Wasser war, fühlte es sich in diesem Jahr kälter an.“ Von „Nadelstichen auf meinem Körper“ spricht er.  Dennoch war es für ihn ein gutes Gefühl: „Ich bilde mir ein, nach dem Eisschwimmen gut durch die Saison zu kommen. Es stärkt meine Abwehrkräfte.“ Ähnlich sieht es auch Mike O’Brian. Er war einer von sechs US-Amerikanern, die mit von der Partie waren. „Es war sehr kalt, aber trotzdem würde ich es wieder tun.“ Für ihn war das Neujahrsschwimmen ein einziger Spaß. Noch im Wasser machte er Scherze mit dem Publikum. Und anschließend blieb er, wie so viele andere Besucher, auch aus dem Saarland, noch eine Weile am Ufer.

Dort hatte die DLRG Feuertonnen zum aufwärmen aufgestellt. Es gab Waffeln, Gegrilltes und heißen Glühwein. Der Erlös ist für die DLRG bestimmt. O’Brian lobt das kleine Fest: „Es tut gut, so viele Leute hier zu sehen.“

Noch schnell ein Gruppenfoto schießen, bevor es ins kalte Wasser des Badesees in Baumholder ging. Foto: Bernd Mai
Mike O‘Brian ist es noch so warm im sieben Grad kalten Wasser, dass er zu Scherzen aufgelegt ist. Foto: Bernd Mai
Sabina Kaps hüllt sich nach dem Bad ins warme Handtuch. Foto: Bernd Mai

Bei so viel Lob hat Ostsee-Schwimmer Ruß einen nicht ganz ernsten Kritikpunkt erkannt: „Der Geschmack hat gefehlt; das Wasser ist einfach nicht so schön salzig wie in der Ostsee.“ Aber im kommenden Jahr will er wieder mitmachen.