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Freisen setzt weiter auf den Wind

Freisen setzt weiter auf den Wind

Bis zu fünf neue Windkraftanlagen sollen in der Gemeinde Freisen entstehen, die Vorarbeiten für die ersten drei laufen seit Mittwoch. Das Besondere daran: Dank der Bürger-Energie-Genossenschaft St. Wendeler Land können sich auch die Bürger an dem 25-Millionen-Projekt beteiligen.

In Oberthal und Eisen funktioniert es bereits, da ist die Bürger-Energie-Genossenschaft St. Wendeler Land (BEG) Anteilseigner. Jetzt können sich die Bürger über die BEG auch an dem Windpark Freisen beteiligen. Geplant sind dort bis zu fünf Windkraftanlagen. Drei sind bereits genehmigt - eine in Eitzweiler, zwei im Windpark Freisen-Mühlenberg. Dort haben die Tiefbauarbeiten am Mittwoch begonnen. Eine weitere Anlage ist auf dem Heinzelberg ganz in der Nähe der Autobahn geplant. Thomas Nägler, Geschäftsführer vom Betreiber "Windpark Saar 2016", schätzt, dass die Genehmigung in vier Wochen vorliegt. Eine fünfte Anlage sei dort noch in Planung. Absehen, ob und wann die Anlage gebaut werde, könne er aber noch nicht.

Fest steht: Sollten alle fünf Anlagen realisiert werden, schlägt das mit einer Investitionssumme von mehr als 25 Millionen Euro zu Buche. 36 Prozent davon werden von den Gesellschaftern gestemmt, 64 Prozent mit Hilfe eines Darlehens der saarländischen Landesbank. Gesellschafter sind auch die Gemeinde Freisen durch die Gemeindewerke sowie die BEG. Mit 560 000 Euro will die Gemeinde Freisen sich beteiligen, mit einer halben Million kalkuliert auch die BEG. Das berichten Freisens Bürgermeister Karl-Josef Scheer (SPD ) und Wolfgang Klein , der Vorsitzende der BEG, im Gespräch mit der Saarbrücker Zeitung. Davon können auch die Bürger profitieren. Wie Klein erklärt, sei die Rendite aber nicht auf einzelne Projekte wie den Windpark Freisen , sondern immer auf das Gesamtpaket der BEG ausgelegt. Bei der jüngsten Ausschüttung habe die Rendite pro Anteil bei zwei Prozent gelegen. Anteile kann im Prinzip jeder kaufen, jeder Anteil kostet 500 Euro. Derzeit hat die BEG 163 Mitglieder, bei der Gründung im September 2009 waren es 33. "Wir wachsen kontinuierlich, aber langsam", sagt dazu Klein. Die 163 Mitglieder halten übrigens 1254 Anteile.

Aktuell könnten mit dem Strom, der in der Gemeinde Freisen gewonnen wird, 17 000 Haushalte versorgt werden. 3982 Haushalte gibt es in der Gemeinde. Sollten alle fünf geplanten Windräder mit einer Nabenhöhe von jeweils 140 Metern ans Netz gehen, könnten, so Nägler, bis zu 12 000 Haushalte mehr versorgt werden. Der Strom werde, so Klein, zunächst in Freisen verbraucht. Überflüssiger Strom könne dann ins Netz eingespeist werden.

Die Tiefbauarbeiten sollen bis Mitte November abgeschlossen sein. Im Dezember sollen dann die Windräder geliefert werden. Scheer rechnet damit, dass im ersten Quaral 2017 die Anlagen ans Netz gehen. Zumindest einmal vier.