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Jugend-Foto-Fest: Foto-Festival ruft die Jugend auf den Plan

Jugend-Foto-Fest : Foto-Festival ruft die Jugend auf den Plan

Aus der gesamten Republik reisten die Teilnehmer für „Snapshot“ an.

Zwei Tage blickte der Nachwuchs fokussiert durch die Kameralinse. In Freisen fand das Jugend-Foto-Festival „Snapshot“ des Deutschen Verbandes für Fotografie (DFV) statt. Erwartet wurden jugendliche Teilnehmer aus der gesamten Republik. Allerdings hielten sich die Anmeldezahlen bei den kostenlosen Workshops am Samstag merklich zurück.

Die größte Gruppe stellten die Ochtruper Lichtmaler aus dem Münsterland. „Wir haben eine Ferienwohnung in Blaubach gebucht und wollen uns hier mit anderen Jugendgruppen austauschen“, sagte Betreuer Timo Rolofs. Die Jugendgruppe nahm zunächst am Workshop Porträtfotografie teil, den der St. Wendeler Franz-Josef Bonenberger leitete.

„Ihr müsst mit eurer Fantasie arbeiten. Mit wenig Geld kann man viel erreichen und dazu braucht man nicht das große Equipment“, animierte Bonenberger eingangs der sogenannten Foto-Rallye den Nachwuchs, sich selbst Motive auszudenken. So wurde der neunjährigen Mia ein Sommerhut aufgesetzt. „Sie muss noch ein Stück vom Hintergrund nach vorne kommen, dadurch bekommt das Foto mehr Tiefenschärfe“, erklärte der professionelle Fotograf. Er nahm dann noch eine Styroporplatte hinzu, die gleichermaßen als Aufheller und Abschatter für das Gesicht des zu porträtierenden Modells diente. „Achtet beim Porträt immer auf die Dynamik“, erklärte Bonenberger. Eine Blume kam als weiteres Element hinzu, damit die Unschärfe und Schärfe mit ins Bild hinein kommt.

An einer mächtigen Kabeltrommel machte der aus Freisen stammende Fotograf anschließend halt. „Solch ein Objekt eignet sich hervorragend für ein männliches Porträt“, legte er seiner Gruppe nahe, und postierte einen Jungen vor der großen hölzernen Trommel.

Höhepunkt für die Ochtruper Jungfotografen war die Stippvisite im Studio des Fotoclubs Tele Freisen. „So etwas müssten wir auch in Ochtrup haben“, schwärmte Paul Lammers. Gemeinsam mit dem Ochtruper Fotograf Robert Rübestahl setzte Bonenberger- unterstützt von verschiedenen Lichtquellen- die Modelle in Szene. „Mit den Blenden könnt ihr den Hintergrund steuern“, so Rübestahl. Ein Spot wurde anschließend dazugeschaltet, um das Motiv sowie den Hintergrund optimal auszuleuchten. Betreuer Rolofs stülpte sich danach eine Perücke über den Kopf und stand den Jugendlichen wie ein Double des frisch gelockten Mallorca-Barden Mickie Krause als Fotomotiv zur Verfügung.

„Wenn man viel praktisch macht, ist das immer toll“, freute sich Anna-Lena Kockmann, nach dem zweistündigen Porträt-Workshop. Zur gleichen Zeit hatte die Abordnung vom Gymnasium Klotzsche aus Dresden das Seminar Naturfotografie von Carsten Spohn besucht. „Wir nutzen die Möglichkeit uns weiterzubilden, es war sehr anschaulich“, meinte Christian Scholz. 40 Schüler betreut er in der Foto-AG der Schule. „Durch die Ferien war der Termin hier sehr unglücklich, nur zwei Schüler konnten mitfahren“, sagte Scholz.

Es braucht nicht immer das ganz große Equipment, um professionelle Fotos zu schießen. Um stimmungs- volle Bilder zu machen, kommt es auch auf Fantasie an. Foto: Frank Faber
Bei den Mitgliedern des Fotoclubs Tele Freisen stehen die unterschiedlichsten Utensilien für gelungene Aufnahmen zur Verfügung. Foto: Frank Faber

Übrigens: Fotografie ist nicht mehr „nur“ Fotografie. Mit der richtigen Bildbearbeitung lässt sich jedes Foto optimieren. „Nix ist, wie es scheint“, meinte Jannik Scheer. Im Workshop Bildbearbeitung zeigte er den Jugendlichen was man mit ein paar Klicks und Tipps am Computer mit den Fotos machen kann. Am Sonntag stand noch der ebenfalls kostenlose Workshop Experimentelle Fotografie auf dem Programm und laut Veranstalter hätten insgesamt 65 Teilnehmer das Jugend-Foto-Festival in Freisen besucht.