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Erste Kappensitzung der Region ging in Oberkirchen über die Bühne

Kostenpflichtiger Inhalt: Fastnacht in Oberkirchen : Superman rettet das Freisener Pferdchen

Erste Kappensitzung der Region ging am Samstag in Oberkirchen über die Bühne.

In der Festhalle war die Begeisterung zu spüren, als die Prinzengarde zu ihrem zweiten Auftritt durch die Zuschauerreihen marschierte. Mehr als 320 Besucher hatten den Weg nach Oberkirchen gefunden, von nah wie von fern. Wie Elferratspräsidentin Melanie Schmidt anmerkte, war eine große Gruppe aus dem pfälzischen Queidersbach bereits zum 25. Mal bei einer Kappensitzung der Oberkirchener Karnevalsgesellschaft „Alee Hopp“ mit dabei. Sie hatte also, so Schmidt, „Silberjubiläum“. Bei der Prinzengarde gab es ein Novum: Erstmalig verstärkten zwei junge Männer die Formation, in der bisher nur Frauen ab 18 jahren mitgewirkt hatten. Unter der Leitung von Katharina Reith und Fabienne Oberer bot die Truppe Tänze zu einem Musikmedley dar.

Sonja Stutz alias „Hilde“ schilderte in ihrem vielumjubelten Vortrag ihre alltäglichen Probleme. So berichtete sie, dass sie gerade an ihrer Steuererklärung sitze und ihren Mann gerne als außergewöhnliche Belastung absetzen wolle. Dabei ergebe sich aber eine Schwierigkeit: „Wo soll ich ihn denn absetzen? Vorm Finanzamt vielleicht?“ Zum Ende ihres Auftritts holte sich die Entertainerin Verstärkung auf die Bühne. Bei ihrem Song „Ich lieb die Faset“ durfte sie der Landtagsabgeordnete Magnus Jung genau so gesanglich unterstützen wie Freisens Bürgermeister Karl-Josef Scheer, Oberkirchens Ortsvorsteher Roland Becker oder sein Freisener Kollege Matthias Bottelberger.

Als weiterer Höhepunkt folgte das Männerballett, das zu zu Rock`n Roll-Rhythmen den Saal rockte. Die zwölfköpfige Gruppe hatte ihre Darbietung mit Andrea Schillo einstudiert. Auch zwei „alte Hasen“ standen wieder in der Bütt: Peter Schneider und Alois Maus trafen sich zum nunmehr 29. Mal an der Wassertretanlage, wo sie als rüstige Rentner über Gott und die Welt plauderten. Neben dem Klimaschutz wurden auch Beamte, Eheprobleme oder der verstärkte Datenschutz beim Arztbesuch thematisiert. Da sprach etwa Alois Maus davon, dass die Politiker in der Großen Koalition für gleiche Lebensbedingungen sorgten, indem sie die Wessis genau so arm machten wie die Ossis. Sein Freund Peter Schneider trug sich hingegen mit dem Gedanken, den anstehenden Hochzeitstag mit einer Schweigeminute zu begehen.

Beim gemischten Ballett waren Gaunerinnen, Superman und Polizisten vertreten. Die Formation erzählte tänzerisch eine Geschichte: Das Freisener Pferdchen wurde erst von Gaunerinnen gestohlen und dann vom Superheld und mehreren Polizisten gerettet. Gabi Müller heimste als „Knoddelje“ Begeisterungsstürme ein. Im Mittelpunkt ihres Vortrags standen ihr Freisener Ehemann und dessen Verwandtschaft, aber auch ein Unfall als Kleinkind oder ein Besuch beim Gynäkologen fanden Erwähnung.

Traditionell beschlossen dann die Owwerkäjer Buwe unter der Leitung von Marc Bettinger die Sitzung mit ihrer zweiten Gesangsdarbietung des Abends. Im glänzenden Satinanzug intonierten sie „Ich bin e Schlawiner“ zur Melodie des Monkees-Hits „I’m a Believer“.

Gemeinsam mit den vielen Mitwirkenden der Sitzung, die noch einmal zum großen Finale auf die Bühne gekommen waren, bekannten sie sich mit dem Lied „Owwerkäje, du bischt mei Gefühl“ zu ihrem Heimatort. Nach der Veranstaltung konnte das Publikum mit dem Sansa Trio, das schon die Narrensitzung musikalisch untermalt hatte, weiter feiern.

Weitere Kappensitzungen der OKG „Alee Hopp“ finden an den Samstagen, 1. und 8. Februar, jeweils um 20 Uhr in der Festhalle in Oberkirchen statt. Restkarten sind noch erhältlich.

Das Männerballett mit  Trainerin Andrea Schillo entführte in die 1950er-Jahre. Foto: Jennifer Fell

www.okgaleehopp.de