Einmal Kapitän auf dem Rhein

Die Polizei hat es Jörg Weber aus Freisen angetan. Nachdem er einen Tag lang auf der Polizeiinspektion in Türkismühle arbeiten durfte, kam nun die Zugabe: Weber durfte Kapitän auf einem Polizeischiff sein.

Schon vor seinem 30. Geburtstag ging für Jörg Weber ein großer Wunsch in Erfüllung. Er war einen Tag lang bei der saarländischen Polizeidienststelle in Türkismühle im Einsatz. Jörg, der in Freisen lebt, wurde mit Down-Syndrom geboren. Den Tag bei der Polizei organisierte vor zehn Jahren Gerhard Bier, der als Polizist bei der Polizeiinspektion Türkismühle arbeitete. Mittlerweile sind mehr als zehn Jahre vergangen. Und Bier erfüllte Jörg Weber erneut einen Wunsch zum jetzt 40. Geburtstag, nämlich einmal "Schiffskapitän" auf einem echten Polizeiboot zu sein.

Gemeinsam mit Hermann Scharf, dem Geschäftsführer der Lebenshilfe St. Wendel, die ein breites Angebot für Menschen mit Behinderung bietet, und Jörgs Freund Gerhard besuchte die Gruppe die Wasserschutzpolizei in Bingen am Rhein. Die Fahrt mit dem Polizeischiff begann in Bingen. Rheinabwärts schipperte man bis zum Binger-Loch. Dort musste zunächst die Bingerloch-Taufe durchgeführt werden. Wer nämlich Kapitän eines Schiffes sein will, ist verpflichtet, auch diese Zeremonie zu überstehen, so grinsend der Leiter der Wasserschutzpolizei . Somit wurde Jörg Weber bescheinigt, dass er die Gewässer unter- und oberströmig des Mäuseturmes zu befahren würdig befunden wurde. Anschließend durfte der neue Kapitän weiter rheinabwärts bis Lorch und Bacharach in der Schiffscrew mitwirken. Danach fuhr man wieder rheinaufwärts bis Rüdesheim. Die Polizeibeamten machten alles Denkbare möglich, um Jörg Weber unvergessliche Stunden zu schenken. Was ihnen hervorragend gelang.