Eine gefährliche Angelegenheit

Eine gefährliche Angelegenheit

Die Eiserne Brücke am Fritz-Wunderlich-Weg bei Freisen ist in die Jahre gekommen. Wegen erheblicher Baumängel ist das in den 1930er-Jahren entstandene Bauwerk Ende Juni gesperrt worden. Nach einem ersten Gutachten würden sich die Sanierungskosten auf 950 000 Euro belaufen. Derzeit wird ein zweites Gutachten erstellt, in dem die Statik, um die Statik zu prüfen.

Ab den 1930er-Jahren rollten Züge über die Eiserne Brücke bei Freisen . Die ehemalige Bahntrasse wurde später in den Fritz-Wunderlich-Radwanderweg umgewandelt. Zu dessen Sehenswürdigkeiten gehört weiterhin ohne Zweifel die 27 Meter hohe und 141 Meter lange Eiserne Brücke.

An dem Bauwerk nagt unaufhaltsam der Zahn der Zeit. Die Konsequenz: Am 27. Juni musste sie für Spaziergänger und Radfahrer gesperrt werden. "Die Brücke bricht nicht zusammen, doch das Risiko ist zu groß, dass sich die Holzbohlen lösen", begründet Freisens Bürgermeister Karl-Josef Scheer (SPD ) die Sperrung. Laut eines ersten Gutachtens weist die Brücke gravierende Mängel auf. Die darin ermittelten Sanierungskosten belaufen sich auf 950 000 Euro.

"Die Holzbohlen sind stark beschädigt, der Oberbelag ist durchgefault, sodass die Unterkonstruktion der Bohlen nicht mehr tragfähig ist", informiert Scheer. Derzeit prüft der Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) die Brücke statisch. In dessen Zuständigkeitsbereich fällt Unterhaltung und Instandsetzung der Radwege an Bundes- und Landstraßen.

"An der Stahlkonstruktion der Brücke sind Korrosionsschäden festgestellt worden, sowie Betonabplatzungen erkennbar und die Holzbohlen sind stark beschädigt", berichtete der LfS-Pressesprecher Klaus Kosok. Die Untersuchungen sollen nun ergeben, inwieweit die Brücke überhaupt sanierungsfähig ist. Es soll ermittelt werden, ob es ein Problem mit der Statik gibt und wie groß dieses ist. Stellt sich die Frage: Kann die Brücke erhalten werden?

Laut Kosok sollen die Untersuchungen bis Herbst abgeschlossen und das Gutachten erstellt sein. Gleichzeitig mit der Sperrung der Brücke hat die Gemeinde in Abstimmung mit dem LfS eine etwa 50 Meter lange Rad- und Wanderumleitung eingerichtet. "Diese ist problemlos begehbar und befahrbar", so Scheer.

Nach SZ-Informationen hat zudem ein sogenannter Boulder an der Brücke seine sportlichen Kletterkünste getestet. "Davon ist mir noch nichts zugetragen worden", sagte der erstaunte Bürgermeister. Er könne jedoch an der Brücke keinen zusätzlichen Beobachtungsposten einrichten. "Wir haben die Brücke rechtzeitig gesperrt und den Übergang mit einem Bauzaun zugemacht", verdeutlichte der Verwaltungschef klipp und klar. Wann die Brücke wieder geöffnet werde, sei noch nicht absehbar.
Anders als geplant: Auto bleibt auf Umleitung stecken

Die Rad- und Wanderumleitung in Freisen , um die brüchige Eiserne Brücke zu umgehen, ist nicht für ein Auto geeignet. Ein waghalsiger Fahrer hat die Umleitung bereits auf abenteuerliche Art und Weise dahingehend geprüft. Der Falschfahrer blieb mit seinem Wagen im Morast stecken und konnte so seine verbotene Landschaftstour nicht fortsetzen. Der scheinbar pannenerprobte Automobilist legte noch zur besseren Bodenhaftung Fußmatten unter die Antriebsräder, jedoch kam er auch mit dieser Hilfe nicht voran. Nicht die gelben Engel vom ADAC eilten herbei, sondern ein tuckernder Traktor, der das Fahrzeug aus dem Schlamassel ziehen musste. Wer der abenteuerliche Fahrer und wer sein Retter war, ist Freisener Rathaus nicht bekannt.

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