"Eine extreme Strecke"

Baumholder. "Gas weg, Allrad ein und durch's Wasserloch", ruft Bundeswehrfahrlehrer und Kraftfahrer-Bereichsausbilder Frank Gottlieb. Christoph Schlarb, der am Steuer des Zweitonners GL Unimog sitzt, blickt zu ihm herüber und nickt. Der Fahrer scheint aufgeregt zu sein. Dennoch schaut er konzentriert auf die Übungsstrecke, die sich vor ihm auftut

Baumholder. "Gas weg, Allrad ein und durch's Wasserloch", ruft Bundeswehrfahrlehrer und Kraftfahrer-Bereichsausbilder Frank Gottlieb. Christoph Schlarb, der am Steuer des Zweitonners GL Unimog sitzt, blickt zu ihm herüber und nickt. Der Fahrer scheint aufgeregt zu sein. Dennoch schaut er konzentriert auf die Übungsstrecke, die sich vor ihm auftut. Er folgt den Anweisungen des Fahrlehrers und schon ruckelt und schwankt der Unimog durch hohe Geröllmassen. Während dieser mit drei Rädern schräg an einem Hang entlangfährt, schlägt ein Rad in einem tiefen Loch auf. Wasser, das sich dort angesammelt hat, spritzt in hohem Bogen das Fahrzeug hinauf. "So eine extreme Strecke wie hier bin ich bisher noch nicht gefahren", erklärt Christoph Schlarb von der Feuerwehr Tholey-Hasborn.Etwa 60 Teilnehmer Er ist einer von rund 60 Teilnehmern der Kraftfahrerfortbildung vom Ortsverband Freisen des Technischen Hilfswerkes (THW OV Freisen). Diese besteht aus zwei Teilen. Einerseits gibt es den Theorieteil, beispielsweise mit Informationen über Gefahrenstoffe. "Bei dem praktischen Teil machen wir dann Geländefahrten, Bergeübungen mit Seilwinde, Ladungssicherung und Rangierübungen mit Anhängern", erklärt der Ortsbeauftragte des THW OV Freisen Michael Becker auf dem Truppenübungsplatz in Baumholder. Während er das erzählt, stehen sieben Teilnehmer in einem großen Gebilde aus Aluminiumrohren und lauschen gespannt den Erzählungen von Ausbildungsleiter Josef Stoll. Insgesamt drei ZügeSie stehen in einem großen Gebilde aus verschiedenen Aluminiumrohren. Es ist eine Wendebox, in der die Fahrer in insgesamt drei Zügen den Kraftwagen wieder hinausleiten müssen. "Vor, zurück, und raus. Damit können sie die Abmessungen besser abschätzen", sagt Stoll. Nebenan bahnt sich der Unimog seinen Weg durch das Gelände mit rund 50-prozentiger Steigung. Gebiet gleicht EinsatzortenDie Strecken seien laut Gottlieb dem Gelände in verschiedenen Bundeswehreinsatzgebieten, wie zum Beispiel Afghanistan nachempfunden. "Das THW fährt ja unter anderem auch in Erdbeben- oder Hochwassergebieten", erzählt der Bundeswehrfahrlehrer. Christoph Schlarb steigt währenddessen zufrieden lächelnd aus dem Unimog: "Ich finde es gut, dass wir wissen, wie es sich in so einem Gelände fährt", lobt er.