Ein Teil vom Paradies

Haupersweiler. Im Garten ist etwas vom verlorenen Paradies geblieben, eine Ahnung von der Naturverbundenheit der Vorfahren. Wenn der Alltag Stress und Hektik gebracht hat, kann man sich auf die bunte Insel des Gartens flüchten. Das tut auch Andrea Schwan aus Haupersweiler. In ihren wundervollen Garten flüchtet sie zwischen Frühling und Herbst fast jeden Tag

Haupersweiler. Im Garten ist etwas vom verlorenen Paradies geblieben, eine Ahnung von der Naturverbundenheit der Vorfahren. Wenn der Alltag Stress und Hektik gebracht hat, kann man sich auf die bunte Insel des Gartens flüchten. Das tut auch Andrea Schwan aus Haupersweiler. In ihren wundervollen Garten flüchtet sie zwischen Frühling und Herbst fast jeden Tag. Meistens aber nicht, um sich dort auszuruhen. In ihrem grünen Reich gibt es nämlich immer etwas zu tun: pflanzen, schneiden, düngen oder gießen. Deshalb wirkt der Garten auch so gepflegt. Und seine vielfältigen und verlockenden Düfte sind so einladend, dass man sich täglich darin aufhalten muss. Um anderen Menschen an ihrem bunten Paradies teilhaben zu lassen hat sich Andrea Schwan entschlossen, erstmals beim "Tag der offenen Gartentür" mitzumachen. Freilich, eine Tür zu ihrem Garten gibt es überhaupt nicht. Der Eingang dazu ist immer offen und heißt stets willkommen, von morgens bis abends, ein ganzes Gartenjahr lang. Im Hintergrund erinnert die Mühle "Im Eck", zu der das Grundstück gehört, an längst vergangene Zeiten. Schon im 30-jährigen Krieg ist sie als Ruine erwähnt und im 18. Jahrhundert wieder aufgebaut worden. Gertreide gemahlen wurde darin bis 1964. In den 70er Jahren hat Theresia Keller, die Mutter von Andrea Schwan, den Garten angelegt. "Damals noch, dem Zeitgeschmack entsprechend, mit schnurgeraden Wegen", erinnert sich die Gartenfreundin. Heute sind die Pfade verschlungen und mit Pflastersteinen ausgelegt. An verschiedenen Stellen hat Andrea Schwan Töpferarbeiten platziert. Ein alter Schleifstein erzählt von der alten Mühlenzeit.Farblich abgestimmt sind die Blumen- und Staudenbeete. Astilben recken sich der Sonne entgegen, der Rittersporn behauptet majestätisch seinen Platz und das Flammende Käthchen setzt einen unübersehbaren Akzent. Buchskugeln und Buchseinfassungen gehören wie selbstverständlich dazu, unterschiedliche Nessel- und Sedumarten, Nachtkerzen, Hartriegel, Funkien und Lavendel. Alles blüht und gedeiht in Eintracht zusammen.Rambler-Rosen umranken mit ihren weichen und biegsamen Stämmen das Sandsteintor, das von einer Scheune stammt und mitten im Garten steht. Wer es durchschritten hat gelangt in den Nutzgarten. Hier wächst alles, was in Küche und Keller gebraucht wird: Salat und Gemüse, Kartoffeln und Beerenobst, Bohnenkraut, Dill und Petersilie. Ein weiterer Teil des Gartens ist als Rasenfläche angelegt. Der Gartenarbeit ist inzwischen Familientradition. Was die Mutter begonnen hat führt die Tochter fort. "Ich denke, dass auch eine meiner vier Töchter eines Tages ihr Herz für den Garten entdeckt, damit diese Tradition fortgesetzt werden kann", hofft Andrea Schwan.