Ein Hauch von Grün im Rat

Freisen. 74,9 Prozent der Wähler stimmten in Oberkirchen für die SPD. Dieses Ergebnis überraschte CDU wie SPD. Dieter Neurohr von der SPD sieht das als "deutliches Signal": "Der Wähler hat er kannt, dass sich unsere Ortsvorsteher für ihre Orte einsetzen

Freisen. 74,9 Prozent der Wähler stimmten in Oberkirchen für die SPD. Dieses Ergebnis überraschte CDU wie SPD. Dieter Neurohr von der SPD sieht das als "deutliches Signal": "Der Wähler hat er kannt, dass sich unsere Ortsvorsteher für ihre Orte einsetzen." Nach wie vor stellen die Sozialdemokraten in fünf Ortsteilen der Gemeinde Freisen den Ortsvorsteher - neben Oberkirchen in Asweiler, Eitzweiler, Schwarzerden und Haupersweiler. "Sie leisten gute Arbeit und wurden dafür belohnt", denkt Neurohr. Auch Bürgermeister Wolfgang Alles ist überrascht von dem deutlichen Ergebnis in Oberkirchen, wenngleich er dort mit einem großen Vorsprung der SPD gerechnet hat. Was ihn mehr überrascht und nachdenklich stimmt, ist die Tatsache, dass die SPD auch "in den Ortsteilen leichte Zugewinne zu verzeichnen hat, wo sie nicht aktiv ist". So in Grügelborn und Freisen. Als Gründe kann sich Alles eher die Fluktuation im Ort als die politische Gesinnung vorstellen: "Mit der Ortspolitik hat das nichts zu tun." Und er fügt hinzu: "Wenn drei Familien zu- oder wegziehen, dann kann es zu solchen Verschiebungen kommen." Trotzdem gesteht er ein: "Diese Einbußen tun richtig weh". Im Gegenzug freut es den Bürgermeister, dass die CDU auch in klassischen SPD-Hochburgen ihre Stimmen halten oder steigern konnte - beispielsweise in Asweiler und Schwarzerden. Und er freut sich, dass die CDU in Freisen weiterhin die absolute Mehrheit hat. "Ich wollte 14 Sitze, wir haben 14 Sitze, damit bin ich zufrieden", sagt Alles. Und ist sich bewusst, dass die Abstimmung 2004 "eine Ausnahmewahl" war. 17 Sitze, das sei nicht mehr zuerreichen gewesen. Auch Neurohr freut sich - über zwei zusätzliche Sitze im Rat. Aber er hätte können noch zufriedener sein: "Wir hätten gerne die absolute Mehrheit gebrochen." Trotzdem werde es künftig etwas interessanter im Rat. "Jetzt darf bei Abstimmungen keiner mehr von der CDU-Fraktion fehlen", sagt er. Denn auch die Grünen haben einen Sitz erobert. Hans Fischer zieht in den Rat ein. Er zeigt sich "freudig überrascht, dass wir bedeutend mehr Stimmen als 2004 bekommen haben". Damals entfielen 3,1 Prozent der Stimmen auf die Grünen - sie scheiterten damit an der Fünf-Prozent-Hürde. Diese gibt es nicht mehr - und so ziehen die Grünen mit 4,4 Prozent in den Rat ein. Dort werde er, je nach Thema, mit der SPD oder der CDU zusammenarbeiten. "Ich lasse mich mal überraschen", sagt Fischer. Und auch Alles sagt: "Wir haben bisher im Rat gute, sachbezogene Politik gemacht, da können sich die Grünen gerne anschließen."