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Dramatischer Unfall: Familienvater (36) stirbt

Dramatischer Unfall: Familienvater (36) stirbt

Immer wieder werden Radfahrer angefahren und dabei verletzt. Je schlechter die Sichtverhältnisse, desto größer die Gefahr für die Radler. Uwe Glasen vom Radsportclub Grüne Hölle Freisen und Jörg Faust vom Radstudio Bock geben Tipps zur Sicherheit.

Es ist nebelig. Der Jahreszeit entsprechend schon bei Zeiten düster. Die Straße - schmierig feucht. Bei diesem Wetter ist ein erfahrener Radfahrer am Mittwochabend auf der Bundesstraße 269 zwischen Tholey und Sotzweiler unterwegs. Mit einem Rennrad treibt er Sport. Doch dann kommt es zu einem tragischen Unfall. Der Sportler wird dabei in einen Graben geschleudert, als ihn ein Linienbus erfasst.

Wie die St. Wendeler Polizei am Donnerstag meldet, kümmerten sich kurz nach dem Zusammenstoß Notärzte um den 36-jährigen Familienvater, wollten ihn wiederbeleben. Doch das Opfer aus Wallerfangen starb an der Unfallstelle.

Feuerwehren aus Sotzweiler, Bergweiler und Tholey versperrten mit Tüchern die Sicht auf die Unglücksstelle. Sie leuchteten für weitere Retter den Bereich aus. Polizisten aus St. Wendel, Saarlouis und Lebach sperrten die Spur, wo sich um 18 Uhr der Zwischenfall ereignete. Auch deren Kollegen des zentralen Verkehrsdienstes sowie der Bereitschaftspolizei waren angerückt.

Auch am Tag danach ist noch unklar, wie es dazu kommen konnte. Nur so viel fanden die Spurensicherer heraus: Sowohl der Bus der Line R 4 Lebach-St. Wendel als auch der Rennradfahrer waren von Sotzweiler bergauf in Richtung Tholey unterwegs. Neben der Bundesstraße verläuft ein Radweg. Ein Gutachten ist laut Polizeisprecher in Auftrag.

Der Busfahrer (65) konnte bislang nicht vernommen werden. Der Quierschieder erlitt einen Schock. In dem Bus saß nur ein Passagier, der nichts außer einen dumpfen Schlag mitbekommen habe. Darum setzen die Ermittler auf etwaige Zeugen, die zur besagten Zeit die Stelle passierten.

Hinweise an die Polizeiinspektion in der Kreisstadt, Telefon (0 68 51) 89 80.

Laut einer internen Statistik der St. Wendeler Polizei gab es in den Gemeinden Tholey und Marpingen sowie in der Kreisstadt in diesem Jahr bislang 24 Unfälle mit verletzten Radfahrern. Davon wurden zehn schwer und 13 leicht verletzt. Ein Radfahrer starb.

Gerade in der Dämmerung und Dunkelheit sind Menschen, die auf ihren Drahteseln unterwegs sind, gefährdet. "Ich war mal im Motorsport aktiv. Da ist nicht so viel passiert wie in den vergangenen zwölf Jahren im Radsport", sagt Uwe Glasen vom Radsportclub Grüne Hölle Freisen . Seiner Ansicht nach ist es deshalb am wichtigsten, dass Radfahrer Vorkehrungen treffen, dass sie in der Dunkelheit gesehen werden. Glasen, der selbst mit dem Rad zur Arbeit fährt, trägt einen reflektierenden Hüftgurt, Leuchtbänder an den Füßen sowie am Rucksack. "Alles, was die Aufmerksamkeit der Autofahrer weckt, ist gut", sagt Glasen. So könnten Radfahrer beispielsweise auch entsprechende Warnwesten über der Kleidung tragen oder Blinklichter an den Drahtesel klemmen. Letztere bekäme man im Handel schon ab 4,50 Euro. Die Radfreunde der Grünen Hölle Freisen verzichten in der Wintersaison auf Ausfahrten. Trainiert wird stattdessen in der Halle. Glasen liegt auch die Sicherheit junger Radfahrer am Herzen. Eltern empfiehlt er, regelmäßig Rad und Kleidung der Kinder zu kontrollieren. Pünktlich zum Start der Radsaison im Frühjahr bietet der Club einen Workshop für Kinder an. Dabei geht es ums Thema Sicherheit. Auch Eltern können in einem Kurs lernen, wie sie mit einfachen Handgriffen die Räder der Kleinen verkehrstüchtig halten.

Sicherheit ist auch ein wichtiges Thema bei Radstudio Bock in St. Wendel. "Wir fragen die Kunden, wo und wann sie mit dem Rad unterwegs sind", sagt Mitarbeiter Jörg Faust. So kann das passende Rad beziehungsweise die passende Ausrüstung gefunden werden. Bei Rennrädern oder Mountainbikes gebe es beispielsweise kein installiertes Licht. Ein Muss: Leuchtstreifen, Reflektoren an der Kleidung . Je mehr desto besser, rät Faust. Besonders wichtig sind seiner Meinung nach Reflektoren in den Speichen der Räder sowie Leuchtstreifen an den Fußgelenken des Fahrers. "Die werden von den Autofahrern in der Dunkelheit oft besser gesehen als Licht", so Faust. Denn beides sei in Bewegung. Darüber hinaus empfiehlt er blinkende Lichter. Für zirka 40 Euro könne sich ein Radfahrer so ausstatten, dass er bei Dunkelheit gut gesehen wird. Sicherheit gebe es schon zum kleinen Preis.

Zum Thema:

Tödliche Unfälle: Mann (19) fährt am 3. November bei Primstal mit seinem Auto gegen einen Baum. Am 8. Oktober stirbt ein Beifahrer (19) in Winterbach. Ein Autofahrer kommt am 23. Mai auf der B 41 vor Ottweiler ums Leben. hgn