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Digitale Kappensitzung geht in Oberkirchen über den Monitor

Fastnacht in Corona-Zeiten : Kappensitzung aus dem Homeoffice

Dann eben so: Karnevalsgesellschaft in Oberkirchen hat eine digitale Kappensitzung angesetzt.

Gegen Ende Woche würde die Fastnachtssession ihrem Höhepunkt entgegen streben. Altweiberfastnacht wäre sogar auf den 11. gefallen. Doch wegen der Corona-Pandemie sind die närrischen Akteure zum Nichtstun verdammt. Weitgehend – denn es gibt Lebenszeichen. Die Oberkircher Karnevalsgesellschaft (OKG) meldet sich aus dem Homeoffice. „Um ein bisschen Freude und Erheiterung in die Tristesse zu bringen und auch einfach nur, um uns den Menschen zu zeigen, es gibt sie noch, die OKG, haben wir ein Projekt digital gestartet“, erklärt OKG-Vorsitzender Peter Hippchen.

Also Bildschirm, statt Narrentempel Festhalle. Den PC hochfahren, die Internetseite www.okgaleehopp.de besuchen – und nach einem Klick ertönt der Queen-Klassiker „The show must go on“. Fette fünf Minuten tanzt das OKG-Ballett zu den besten Songs der legendären britischen Rockband. „Wir haben teils Neues und auch Ausschnitte und Höhepunkte vergangener Jahre eingestellt“, verrät Hippchen. In beliebiger Reihenfolge kann sich der in diesem Jahr von allen Veranstaltungen ausgeschlossene Fastnachtsfreund die Videos der OKG-Akteure reinziehen. Coronakonform hüpfen und steppen die Gardemädels – nie mehr als zwei Haushalte gemeinsam – durchs Wohnzimmer oder vor einer Garage. „Es Hilde“ (Sonja Stutz) meldet sich und will in der dritten und vierten Coronawelle ihren Mann tauschen.

Im Rückblick gibt es die 2020er-Show des gemischten OKG-Balletts. „Oh war das ein verrücktes Jahr. Da war die Mülltonne mehr draußen wie ich“, beschwert sich „de Karl aus der Palz“ (Michael Stuppi). „De Bishop“ (Detlef Klein) hat den Toten-Hosen-Song „Wünsch dir was“ umgetextet. „Diese Krankheit zwingt uns nicht in die Knie“, ist „et Knoddelje“ (Gabi Müller) überzeugt. Auch der „Hausmeischder Kurt“ (Patrick Spies) nimmt den Kampf gegen die Pandemie auf. Eine Fotocollage zeigt vergangene Auftritte des Männerballetts, Mark Bettingers Rückschau geht ins Jahr 2005. Und die Owwerkäjer Buwe sind mit ihrer Dorfhymne dabei.

Am heimischen Rechner kommt zwar nicht ganz so viel Fastnachtsstimmung auf wie in der Festhalle. Aber man könnte ja auch im heimischen Wohnzimmer Spaß haben, wenn man sich die Auftritte der OKG anschaut. Foto: Emilia Mai

„Wir hätten jetzt schon unsere drei Kappensitzungen bestritten und die traditionelle Kindersitzung in der Festhalle gefeiert“, sagt der OKG-Vorsitzende Hippchen mit Wehmut. Aber den Fastnachtern gehe es wie jedem Bürger in dieser Zeit der Pandemie. „Wir müssen uns zurückhalten und unsere sozialen Kontakte auf ein Minimum beschränken. Wir leben in der Hoffnung, dass auch wir diese dunkle Zeit einmal hinter uns lassen können und dann wieder aufs Neue unserem Hobby zur Freude unseres Publikums frönen können“, blickt Hippchen voraus. Laut dem OKG-Vorsitzenden sind die Videos noch bis Aschermittwoch auf der Homepage zu sehen.