Konzert: „Die 10 Gebote“ begeisterte das Publikum

Konzert : „Die 10 Gebote“ begeisterte das Publikum

Die Festhalle in Oberkirchen war ausverkauft. Und die zahlreichen Zuschauer bereuten ihr Kommen wahrlich nicht.

Es war Dieter Falk, der dem Sitzerather Musiker David Steines 2013 die Abschlussprüfung an der Stage Musical School Hamburg abnahm. Steines recherchierte ein wenig, wen er da denn vor sich hatte. Und stieß auf ein Pop-Oratorium, das der Komponist gemeinsam mit Texter Michael Kunze drei Jahre zuvor auf die Beine gestellt hatte: „Die 10 Gebote“. Fast fünf Jahre später ist diese Geschichte noch immer präsent, als Steines überlegt, welches Stück er zusammen mit seinem „Musical Project“ auf die Bühnen der Region bringen könnte. Nach Neuhütten und Nonnweiler ist am Samstagabend die Festhalle in Oberkirchen Aufführungsort, die Oberkirchener Karnevalsgesellschaft Veranstalter. Mit mehr als 320 Gästen ist die Halle ausverkauft, freut sich Ortsvorsteher Roland Becker, der besonders erwähnt, dass so mancher Besucher 100 Kilometer Anreise auf sich genommen hat.

Falk wäre wohl stolz auf seinen einstigen Prüfling. Denn das, was David Steines auf die Beine gestellt hat, ist sein bisheriges Meisterstück. Auch auf einer relativ kleinen Bühne kommen die „10 Gebote“ mit geballter Kraft daher, nicht zuletzt dank des Chorgesangs des Männergesangvereins (MGV) Sötern, dessen regulärer Dirigent ebenfalls Steines ist. An diesem Abend ist Patrik Sänger aus Sitzerath der leidenschaftliche Taktgeber. Ein weiterer Garant für ein außergewöhnliches Augen- und Ohrerlebnis ist das harmonische Auftreten der Truppe, die durch die Bank mit tollen Stimmen glänzte, und die vielleicht perfekte Besetzung der Hauptrollen.  

Selina Dohr aus Horath brilliert als Moses’ Ehefrau Zipporah, sorgt bei so manchem Zuschauer für Gänsehautmomente. Manuel Düpre aus Neuhütten ist ein wunderbarer Aaron. Und Philipp Groetzner scheint die Rolle des Pharaos auf den Leib geschrieben, dabei ist der Gymnasiast aus Konz gerade einmal 18 Jahre alt. Stimmlich auf höchstem Niveau, überzeugt er auch mit einer auszeichneten Mimik.

Und dann ist da David Steines selbst. Ein gefühlvoller Moses. Mit seiner warmen, ganz einzigartigen Stimme, berührt er das Publikum. Und das nicht nur während des etwa zweistündigen Stückes, sondern auch mit wunderbaren Zugaben: Das Publikum hält die Leuchtstäbe in die Höhe und schwenkt im Takt die Arme zu „Traum von Bethlehem“ und „You raise me up“.

Drei Aufführungen hatte Steines für die „10 Gebote“ vorgesehen. Eigentlich zu schade,  der ganze Aufwand für nur drei Abende. Das denken nicht nur viele Zuschauer, sondern auch Steines selbst. „Mit dieser Resonanz hatte ich nicht gerechnet, drei Aufführungen ausverkauft“, so Steines. Mittlerweile gebe es auch einige Anfragen von anderen Veranstaltern. So geht er davon aus, dass im April das Pop-Oratorium in Türkismühle zu sehen sein wird.  Parallel dazu probt das Ensemble die klassischen Musical-Shows fürs kommende Jahr.

Erstmals hat das „Musical Project“ mit den „10 Geboten“ ein komplettes Musical, und nicht nur ein Best-of, auf die Bühne gebracht. Ein Konzept mit Zukunft? Steines lächelt kurz. Und verrät dann eine Neuigkeit: „Ich schreibe gerade ein eigenes Musical; wenn alles gut läuft, ist es vielleicht Mitte nächsten Jahres fertig.“ Und kann dann 2020 aufgeführt werden. Auch darauf wäre Dieter Falk wohl stolz.

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