Der Gegner als Vorbild

Wann schafft Fußball-Verbandsligist FC Freisen die Trendwende? Spielführer Steven Klos meint, dass es an diesem Sonntag, 14.30 Uhr, passiert. Dazu müsste aber der Tabellenzweite SV Merchweiler bezwungen werden.

Es ist seit sechs Spieltagen das gleiche Lied: Im Angriff werden Fahrkarten geschossen, in der Defensive wird dem Gegner das Tore-Machen leicht gemacht. "Es ist ein Wahnsinn, das habe ich nicht so erwartet", sagt auch Steven Klos, der Spielführer des Fußball-Verbandsligisten FC Freisen .

Im D-Zug-Tempo ist der FCF von der Tabellenspitze bis auf Platz zehn hinabgerast, hat jetzt nur noch fünf Punkte Vorsprung auf das Schlusslicht FSV Jägersburg II. Die sportliche Schieflage ist prekär. Geht nun vor dem Heimspiel gegen den Tabellenzweiten SV Merchweiler (Sonntag, 14.30 Uhr) die Angst um? Klos: "Nein. Nach dem 0:2 gegen Ballweiler waren wir alle sehr geknickt, doch das ist vorbei", hat er im Training in Gesprächen mit den Mitspielern festgestellt. Zu seinem Job als Kapitän gehört auch, dass er die jüngeren Akteure nach den Schlappen wieder aufbauen muss.

Zwei Gründe macht Klos für den Absturz verantwortlich. "Wir haben es zuletzt nicht mehr geschafft, das Führungstor zu erzielen, hinten lassen wir den Gegenspielern zu viel Platz - und dadurch klingelt es dann, und wir kommen nicht mehr zurück", erklärt er. Zudem ist von dem Kombinationsspiel im Mittelfeld aus den ersten Partien nicht mehr viel übrig geblieben, obwohl die Mannschaft das spielerische Potenzial dazu hat. "Ganz klar bin ich da nun gefordert, dass wir wieder mehr Struktur in unser Mittelfeldspiel reinkriegen", sieht sich Klos in der Pflicht.

Dass das zuletzt nicht so geklappt hat, hat seine Gründe. Eine Zehenprellung hatte ihn in den vergangenen Wochen immer wieder zurückgeworfen. "Mal ging es, dann wieder nicht, in Bestform bin ich sicherlich momentan nicht", gesteht der 28-Jährige. Doch Durchhalteparolen will er nach sechs Pleiten in Serie und zuletzt 272 torlosen Minuten nicht dreschen. Sein Team könne sich ja ein Beispiel am Gegner nehmen. Der habe gezeigt, wie so etwas funktionieren kann: "Merchweiler hatte nach dem Abstieg aus der Saarlandliga zum Saisonstart seine Probleme. Die haben den Schalter umlegen können, das schaffen wir jetzt auch", sagt Klos optimistisch. "Wir brauchen ja nicht hoch zu gewinnen, mir reicht ein dreckiges 1:0."