Der Bedarf steigt stetig an

Freisen. Seit zehn Jahren gibt es das Altenhilfezentrum St. Remigius in Freisen. In dieser Zeit hat sich die Zahl der Mitarbeiter verdoppelt - von 34 auf 68. Damit zählt das Altenheim zu den fünf größten Arbeitgebern in der Gemeinde, in Sachen Frauenarbeitsplätze liegt es gar auf Platz eins. Die Auslastung hingegen ist in zehn Jahren etwa gleich geblieben

Freisen. Seit zehn Jahren gibt es das Altenhilfezentrum St. Remigius in Freisen. In dieser Zeit hat sich die Zahl der Mitarbeiter verdoppelt - von 34 auf 68. Damit zählt das Altenheim zu den fünf größten Arbeitgebern in der Gemeinde, in Sachen Frauenarbeitsplätze liegt es gar auf Platz eins. Die Auslastung hingegen ist in zehn Jahren etwa gleich geblieben. Sie liegt nach Angaben von Engelbert Schreiner, dem Leiter der Altenhilfe bei der Stiftung Hospital, bei nahezu 100 Prozent. Kein Wunder also, dass Bürgermeister Wolfgang Alles von einer "Erfolgsgeschichte" spricht. Hohe AkzeptanzDafür hat er aber noch andere Argumente parat: "Die Akzeptanz der Einrichtung unter den Bewohnern und deren Familien sowie in der Bevölkerung ist unheimlich groß." Das zeige unter anderem, dass sich Vereine und Schulen sowie viele Ehrenamtlich in dem Seniorenheim engagieren. So sei das Foyer ein regelrechter Treffpunkt, schwärmt Alles. Dort werde den ganzen Tag über gequatscht und gelacht. Selbst Bürger, die längst keinen Angehörigen mehr in dem Heim haben, kämen noch auf ein Schwätzchen vorbei. "Das tut den Bewohnern unheimlich gut, es ist für sie die beste Abwechslung", sagt Schreiner. Und Karl Kasper, Direktor der Stiftung Hospital, nennt noch einen Vorteil des Hauses, das die Stiftung als erste Dependance außerhalb der Stadt St. Wendel eröffnete: "Das Haus ist prima in die Gemeinschaft integriert." Die zentrale Lage sei ein großer Pluspunkt, weiß auch Alles: "Die Bewohner sind nicht abseits des Geschehens." Anfangs als relativ kleines Seniorenheim gebaut, hat die Stiftung auf den Bedarf reagiert. Da es immer mehr Demenz-Kranke gibt, wurde beispielsweise ein Gebäude für Demenzkranke - samt Demenzgarten - angebaut. Mittlerweile gibt es 32 stationäre Plätze und 28 Plätze in der Abteilung für dementiell erkrankte Menschen. Zehn Wohnungen stehen für Betreutes Wohnen zur Verfügung und jeweils acht Plätze in der Tages- und Kurzzeitpflege. Und der Bedarf steigt, wie Kasper erklärt: "Pro Jahr steigt der Bedarf in unserem Einzugsgebiet St. Wendel/Namborn/Freisen um zehn Plätze." Das bedeute, dass alle drei Jahre eine neue Station gebaut werden müsse. "Die Flächen in Freisen sind vorhanden", beruhigt Alles. Und Schreiner schwebt sogar vor, die Lücke zwischen Betreutem Wohnen und stationärer Pflege in Freisen zu schließen. Er spricht von einer Senioren-Wohngemeinschaft, wie sie in St.Wendel bereits besteht: "Wenn die Nachfrage besteht, wollen wir diese Alternative auch den Leuten auf dem Land bieten."90 Prozent der Bewohner kommen aus der Gemeinde Freisen. Und auch die meisten Mitarbeiter kommen aus Freisen und den umliegenden Orten. "Das sind meist Frauen, die bewusst Teilzeitstellen wollten, weil sie eigene Familien haben", erzählt Schreiner. Für Kasper ist das ein weiterer Vorteil. Er sagt: "Wer vier Stunden arbeitet, der ist frischer als der, der acht Stunden arbeitet."

Auf einen BlickDas Sommerfest im Altenhilfezentrum beginnt an diesem Sonntag, 5. Juli, um 11.30 Uhr mit einem Frühschoppen. Ein Unterhaltungsprogramm schließt sich an. Unter anderem singen der Kreisseniorenchor und der Gesangverein Steinberg-Deckenhardt. him

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