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Biomasseheizwerk in Baumholder offiziell eingeweiht

Nachhaltigkeit in Baumholder : „Es ist Zeit, umzudenken“

Biomasseheizwerk in Baumholder coronabedingt mit Verspätung eingeweiht. 4,6 Millionen Euro investiert.

Nach einer Bauzeit von noch nicht einmal einem dreiviertel Jahr ist das neue Biomasseheizwerk des Energieversorgers OIE zur Versorgung der amerikanischen Liegenschaften in Baumholder im vergangenen Jahr in Betrieb gegangen. Am 1. April 2019 war der offizielle Spatenstich für das Neun-Millionen-Euro-Projekt erfolgt (wir berichteten), alle Baumaßnahmen liefen nach Plan, teilt eine Sprecherin des Unternehmens mit. So hatten sich die Verantwortlichen auch auf die offizielle Feier zur Inbetriebnahme des Heizwerks im April 2020 gefreut – deren Absage jedoch aufgrund der Corona-Pandemie unausweichlich war. Am Freitag wurde nun mit zahlreichen Gästen und eigenem Personal die Anlage offiziell eingeweiht.

„Hier in Baumholder schreiben wir mit dem Biomasseheizwerk ein kleines bisschen Geschichte. Denn Westenergie als Muttergesellschaft und die OIE gestalten vor Ort die Energiezukunft. Es ist Zeit, umzudenken, neue Wege zu gehen und, dazu beizutragen, unsere Umwelt und unser Klima zu schützen“, sagte Oliver Henrichs, Vorstand der Westenergie und gleichzeitig Vorsitzender des OIE-Aufsichtsrats beim Festakt. Das moderne und klimafreundliche Biomasseheizwerk wird mit mehr als 90 Prozent Biobrennstoff, der überwiegend aus Altholz und naturbelassenen Holzhackschnitzeln besteht, betrieben. „Wir freuen uns sehr, dass wir durch die Nachhaltigkeit und Effizienz der neuen Biomasseanlage, die direkt in die Gesamtinitiative der US-Armee eingebunden ist, unseren CO2-Fußabdruck im Energiebereich deutlich reduzieren können. Besonders stolz sind wir darauf, dass ein Auftragsvolumen von rund 4,6 Millionen Euro an Unternehmen in einem Umkreis von etwa 50 Kilometer um Baumholder herum vergeben werden konnte. Damit konnten wir auch in besonderem Maße für Wertschöpfung in der Region sorgen“, ergänzte OIE-Vorstand Thomas Johann.

Die Anlage wird jährlich mit rund 16 000 Tonnen Biobrennstoff zur Wärmeproduktion befeuert. Dabei stehe die Nachhaltigkeit im Vordergrund. Die Rohstoffe stammen allesamt aus der näheren Region mit garantiert kurzen Wegen. Unter den Gästen waren auch Bernd Alsfasser, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Baumholder, und Stadt-Bürgermeister Günther Jung, der sagte: „Das neue Biomasseheizwerk zeigt wieder einmal mehr, dass man der OIE als Vertragspartner weiterhin das Vertrauen schenkt, genauso wie der Verbandsgemeinde Baumholder, im Bereich Abwasser und ab 2023 bei der Wasserversorgung auf dem US-Stützpunkt. Ökologisch und ökonomisch, wirtschaftlich, kulturell und sportlich arbeiten wir auch als Stadt Baumholder seit vielen Jahren partnerschaftlich eng mit der OIE zusammen“.

Seit mehr als 30 Jahren betreibt die OIE das vorher erdgasbasierte Heizwerk zur Versorgung der amerikanischen Liegenschaften in Baumholder. „Bereits damals war es bei der Errichtung sehr innovativ und vorausschauend geplant. Nun gehen wir aber neue Wege: Wir werden hier jährlich 60 Millionen Kilowattstunden Wärme regenerativ erzeugen. Im Gegensatz zu 50 Prozent im Jahr 2018, werden dann ab 2020 mehr als 90 Prozent der Energieerzeugung der OIE erneuerbar, beziehungsweise regenerativ, sein und wir erfüllen so schon die europäischen Klimaziele für 2030“, erläuterte Johann weiter.

Das Besondere für ihn sei auch die Motivation seines gesamten Teams, die Intensität der Zusammenarbeit vor Ort, die funktionierenden Prozesse und Abläufe. Nie seien Hürden aufgebaut worden, jeder habe das getan, was er konnte, um zum Gelingen des ehrgeizigen Projekts beizutragen. Dabei lobte der OIE-Vorstand insbesondere die Zusammenarbeit mit der Grundstückseigentümerin, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), den Kommunen, der US Army sowie mit allen beteiligten Unternehmen und Dienstleistern.