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Betriebsamer und doch besinnlicher Advent

Betriebsamer und doch besinnlicher Advent

Oberkirchen. Geht es in einem Pfarrhaus während der Adventszeit ruhiger zu als sonst im Jahr? Oder gehen die Türklingel und das Telefon genauso oft wie immer, vielleicht sogar noch mehr? Die Sekretärin im Oberkircher Pfarrhaus, Roswitha Fuhr, hat so ihre Erfahrungen: "Es ist schon mehr zu tun als sonst", berichtete sie

Oberkirchen. Geht es in einem Pfarrhaus während der Adventszeit ruhiger zu als sonst im Jahr? Oder gehen die Türklingel und das Telefon genauso oft wie immer, vielleicht sogar noch mehr? Die Sekretärin im Oberkircher Pfarrhaus, Roswitha Fuhr, hat so ihre Erfahrungen: "Es ist schon mehr zu tun als sonst", berichtete sie. "Ein umfangreicher Pfarrbrief muss geschrieben werden, es werden mehr Messen bestellt und es kommen auch einige Bettler mehr ins Pfarrhaus." Wenn Roswitha Fuhr Dienstschluss hat, ist sie froh, daheim bleiben zu können, um es sich gemütlich zu machen. Zu Veranstaltungen geht sie im Advent kaum. Dafür reicht die Zeit nicht aus. Die beiden Küsterinnen Marianne Stemmler, 73, und Luise Scheer, 61, lieben die Adventszeit, weil sie im Gegensatz zu den übrigen Zeiten im Kirchenjahr ihre ganz eigene Atmosphäre entfaltet. "Die Gottesdienste sind besinnlicher und ruhiger", hat Marianne Stemmler bei ihren Diensten erfahren. Freude bereiten ihr die Proben im Kirchenchor, die schon den Blick auf Weihnachten freigeben. Bei leiser Musik, einer Tasse guten Kaffees und Plätzchen gönnt sie sich zuhause jetzt öfter eine Einkehrstunde.Luise Scheer, die in der Katholischen Frauengemeinschaft ist, besucht im Advent die Kranken und die aus Oberkirchen stammenden Bewohner in Seniorenheimen und überbringt ihnen die Grüße des Pastors. "Wenn die Alten und Kranken sich freuen und sich für meine Besuche bedanken, dann ist das für mich wie Weihnachten im Advent", sagte die 61-Jährige. Manchmal kommen ihre Enkel Lea und Lars auf Besuch. Dann liest sie ihnen spannende Geschichten vor. Gemeinsam mit ihrer Kollegin bereitet Luise Scheer auch die Anbetungsstunden donnerstags in der Kirche vor und betet mit den Gläubigen.Der stellvertretende Vorsitzende des Verwaltungsrates, Reinhard Loch, hat jetzt beruflich mehr Zeit, den Advent auf sich einwirken zu lassen. "Ich mache oft Wanderungen und meditiere dabei, um mehr zu mir selbst zu kommen", sagte Loch. Bei seiner Arbeit als Verwaltungsrat merkt er derweil aber auch das zu Ende gehende Jahr. Es gibt nämlich viel mehr Termine als sonst. Dass Pastor Hanno Schmitt gerade im Advent alle Hände voll zu tun hat, weiß wohl jedes Mitglied in der Pfarrgemeinde. "Es gibt viele Termine, und ich muss dabei auch manche Abstriche machen. Es wird in der großen Pfarrei viel von mir gefordert, es gibt aber auch viel Verständnis unter den Pfarrangehörigen", sagte der Geistliche. Emotional sei die Adventszeit viel stärker geprägt als die Fastenzeit. Der Advent als Bußzeit sei heute kaum noch im Bewusstsein der Gläubigen. Deshalb gebe es auch kaum noch einen körperlichen Verzicht. Wichtig geblieben sei trotz allen Wandels: Die Gläubigen sollten im Advent öfter daran denken, dass Jesus Christus immer wieder neu in ihre Herzen kommen möchte. gtr