Bei der dritten Ausgabe der Fototage des Fotoclubs Tele Freisen plauderte auch der passionierte Konzertfotograf Michael Dorscheid aus dem Nähkästchen

Freisener Fototage : Auf Tuchfühlung mit den großen Stars

Bei den dritten Fototagen in Freisen plauderte Konzertfotograf Michael Dorscheid aus dem Nähkästchen.

Im Freisener Rathaus präsentierte der vielfach preisgekrönte Fotoclub Tele Freisen elf Workshops, zwei Audiovisions-Schauen und zwei Fotoausstellungen. Wie der Vorsitzende Steffen Klos berichtete, wolle man die Gelegenheit nutzen, Mitglieder zu werben und sich den Menschen aus der Region und darüber hinaus vorzustellen: „Eine solche Veranstaltung ist einmalig in Deutschland, wir bieten alle Programmpunkte kostenfrei an. Alle Dozenten sind Mitglieder des Fotoclubs. Sogar aus Stuttgart kamen Besucher zu unseren Workshops“, freut sich Klos. Insgesamt seien  600 Teilnehmer gekommen. „Ein großer Erfolg“, so der stellvertretende Vorsitzende Jannik Scheer.

Nachdem am ersten Tag die Naturfotografie im Fokus stand, widmete man sich am zweiten dem Fotografieren von Menschen. Im ersten Workshop des Tages vermittelte Steffen Klos „Grundlagen der Fotografie“. Dabei gab er den etwa 15 Anwesenden Tipps zum Kamerakauf, ging auf den Gebrauch von Handys und Drohnen ein und zeigte Zubehör wie etwa verschiedene Objektive. Zudem erklärte er die unterschiedlichen Einstellungen, die der Fotograf vornehmen kann, um ein gelungenes Foto zu schießen. Klos, der auch häufig als Juror bei Wettbewerben im Einsatz ist, illustrierte seinen Vortrag mit eigenen Fotos, anhand derer er seine Ausführungen erklärte.

Mit dabei auch Caren Ecker aus Marth. Sie erhoffte sich von der Veranstaltung Tipps fürs eigene Fotografieren: „Es wäre schön, wenn ich demnächst eigene Einstellungen vornehmen könnte, bisher nutze ich meist die Automatikfunktion.“ Sie habe schon länger mit einem Fotografiekurs geliebäugelt, dies aber aus Zeitgründen nicht habe realisieren können. Hobbyfotografin Hannelore Müller aus Waldmohr war ebenfalls dankbar für die vielen wertvollen Anregungen. Der Clubvorsitzende wies zum Ende seiner Präsentation noch auf den zweimal jährlich stattfindenden Grundkurs Fotografie hin, der auch Nichtmitgliedern offen stünde.

Nächster Programmpunkt war der Workshop von Michael Dorscheid, Leiter der „Portraitgruppe 1“ im Fotoclub, zum Thema „Konzertfotografie“. Er begann seinen Vortrag vor gut 20 Zuhörern mit eigenen Fotografien von Größen wie Elton John, Alice Cooper, den Toten Hosen oder ZZ Top, untermalt mit passender Musik.  „2012 habe ich auf Anregung des Fotoclubs das Jazzfestival in St. Wendel dokumentiert. Seither bin ich mit dem Virus der Konzertfotografie infiziert“, sagte Dorscheid. Durch einen Bekannten, der in der Musikbranche tätig sei, habe er ein Jahr später dann die Gelegenheit erhalten, die Backstreet Boys in London zu fotografieren. Seit fünf Jahren sei er jedoch nur noch in einem kleineren Radius unterwegs, von Luxemburg bis Mannheim.

Neben Ausführungen zum entsprechenden Equipment wies der Fotograf auch auf Notwendigkeiten wie eine Akkreditierung hin. Zudem gab er Tipps zur Perspektive oder zum Fotoformat. Auch Widrigkeiten, mit denen man bei einer Veranstaltung rechnen muss, beispielsweise einem schlechter Standort oder einem dunklen Outfit der Künstler, wurden angesprochen. Vor allem stellte er aber heraus, dass es wichtig sei, den richtigen Moment zu erwischen: „Ein Konzertfoto sollte Emotionen und Bewegung einfangen, nur dadurch erhält man ausdrucksstarke Fotos.“

Kirsten Schallmo aus Neunkirchen/Nahe war begeistert von Dorscheids Workshop: „Der Dozent hatte so viele tolle Tipps in Petto. Ich hätte gar nicht daran gedacht, vor einem Konzert You-Tube-Videos anzuschauen, um schon im Vorfeld den idealen Standort herauszufinden.“ Schallmo sagte, sie sei schon im vergangenen Jahr bei den Fototagen zu Gast gewesen und werde eventuell noch weitere Workshops, etwa zur Portraitfotografie oder zur Bildbesprechung besuchen.