Aus aller Welt und aus der Region

Aus aller Welt und aus der Region

Lange Zeit habe man sich eher für Amethyste und andere Edelsteine intressiert. Doch nun stehen die Achate im Fokus der Liebhaber von Mineralien. Die 33. Mineralienbörse fand nun in Freisen statt.

In ungewöhnlichem Glanz erstrahlt am Sonntag die Bruchwaldhalle in Freisen . Grund dafür war die 33. Mineralienbörse. An rund 100 Ständen funkeln und glänzen Edelsteine aus aller Welt. Goldgesprenkelte Lapislazuli aus Brasilien, kolumbianische Smaragde und Larimare, das so genannte blaue Gold der Karibik, sind nur ein Teil des Angebots der 52 Aussteller. Auch Bernstein, versteinertes Holz und fossile Zähne von Haien und Spinosauren gehören zu den Schätzen, die Edelsteinfreunde mitgebracht haben.

Im Fokus der Mineralienbörse aber stehen andere Kostbarkeiten: Achate. "Die erleben zur Zeit eine Renaissance", sagt Reiner Maria Schäfer, Vorsitzender des Mineralienvereins Freisen . Lange Zeit habe man sich eher für Amethyste und andere Edelsteine interessiert, doch nun seien die Achate zurück. "Den Grund dafür weiß man gar nicht so genau", so Schäfer. Einer der Besucher versucht eine Erklärung: "Achate sehen nie gleich aus. Jeder ist anders. Das ist das Interessante an ihnen."

Und tatsächlich entdeckt man auf der Börse hunderte Varianten: grüne, gelbe, weiße und rote. In ihrem Inneren unzählige verschiedene Formgebilde. Einige Achate sind aus Marokko, Argentinien oder Brasilien, andere wiederum stammen aus Oberthal, Steinbach und Freisen selbst. "Das ist uns sehr wichtig", erklärt Schäfer. "Wir möchten den regionalen Charakter der Börse beibehalten." Das wird auch bei der integrierten Sonderausstellung deutlich. "Wir haben die Sammlung eines Mitglieds übernommen", so Schäfer. "Darin sind Altfunde aus Steinbrüchen, die schon seit Jahrzehnten geschlossen sind." Vieles stammt vom Autobahnbau der A 62 und auch dem Steinbruch Hellerberg. Besonderes Interesse erweckt ein Achat aus China, in dessen Innerem mit etwas Fantasie die Büste einer Frau zu erkennen ist. Darüber staunt sogar die Edelsteinkönigin Sonja Mzyk, die gemeinsam mit Schäfer, Freisens Bürgermeister Karl-Josef Scheer und dem Präsidenten des Fördervereins der deutschen Edelsteinstraße, Martin Schupp, bei einem Rundgang das Angebot der Börse unter Augenschein nimmt.

Doch nicht nur die erwachsenen Besucher kommen am Sonntag auf ihre Kosten. Auch an die Kinder hat der Mineralienverein gedacht und den Künstler Jörg Thomas eingeladen. Der malt nicht nur selbst realistische Bilder von Drusen und Kristallen, sondern bietet auch gemeinsam mit Andrée Roth einen Workshop für Kinder an, in denen sie lernen können, mit Pastellkreide umzugehen. "Das ist eine ganz andere Welt für die Kinder", erzählt Thomas. "Viele kennen Stifte oder Wasserfarben, aber mit Pastellkreide haben sie in der Regel noch nie gemalt." Und auch die Motive sind ungewöhnlich. Es gibt verschiedene Kristalle als Vorlagen, aber auch lustige, kindgerechte Motive, die Roth selbst entworfen hat. So zum Beispiel Transportwagen voller glücklich lächelnder Edelsteine , die gerade aus dem Bergwerk gefahren werden oder "Kristalle beim Eisessen".

Bei den Kindern kommen diese Bilder super an, alle malen mit hoher Konzentration und Begeisterung. "So schaffen wir es, auch die Kinder an das Thema Edelsteine heranzuführen", verrät Thomas, der selbst Hobbysammler ist. Und das kommt natürlich auch dem Mineralienverein und seinen zukünftigen Börsen zu Gute, denn so können auch auf den nächsten Veranstaltungen so gute Besucherzahlen verzeichnet werden wie am Sonntag.