Abschlusskonzert der Reihe „Live im Sitzungssaal" in Freisen

Konzert in Freisen : Wenn Bandmitglieder fremd jammen

Das Abschlusskonzert der Reihe „Live im Sitzungssaal“ ging im Kolpinghaus über die Bühne.

Mehr als 100 Zuhörer hatten sich zum letzten Event 2019 der Konzertreihe „Live im Sitzungssal“ dieses Mal im Kolpinghaus eingefunden. Nach der Begrüßung von Freisens Bürgermeister Karl-Josef Scheer (SPD) – die Gemeinde ist Veranstalter der Reihe – startete die erste Band des Abends, MEP-Live, ihren Auftritt mit dem Song „People like us“. Bei MEP-Live wirken Mario Scheufler aus Brücken (Gesang, Gitarre und Mundharmonika), Ernesto Schmitt aus Frankfurt/Main (Bass und Gesang) sowie der Organisator von „Live im Sitzungssaal“, Peter Weigerding aus Grügelborn (Cajon, Percussion und Gesang), mit. Für den Song „Lady Rose“ von Mungo Jerry griff Weigerding zum Waschbrett, sein Bandkollege Scheufler zur Mundharmonika. Nach etwa 25 Minuten überließ die Formation die Bühne dann der zweiten Gruppe des Abends, Ara. Die dreiköpfige Formation besteht aus Anika Schmidt (Gesang), Rouven Nilles (Gesang und Gitarre) und Alex Alsfasser (Gitarre). Genau wie bei MEP-Live setzt sich der Bandname aus den Initialen der Vornamen der Protagonisten zusammen. Vielen Musikinteressierten dürften die beiden männlichen Bandmitglieder bereits von Buhää and the Rhabarbers bekannt sein. In Freisen interpretierten die Musiker Songs wie „Je veux“ von Zaz oder „Superstition“ von Stevie Wonder. Bei letzterem unterstützten sie Peter Weigerding an der Cajon, einer Kistentrommel, und Ernesto Schmitt am Bass. Den letzten Auftritt vor der Pause hatten dann Horst Friedrich und Birte Steinmetz alias 2OF.US (übersetzt: Zwei von uns). Lieder wie „High enough“ oder „All of me“ unterstrichen die Stimmgewalt der beiden Akteure. Auch hier leisteten Peter Weigerding und Ernesto Schmitt von MEP-Live wieder bei einigen Songs tatkräftige Unterstützung.

Nach einer Pause traten alle Bands dann erneut, dieses Mal in umgekehrter Reihenfolge, auf. Das Duo 2OF.US kombinierte unter anderem „Higher Love“ mit „Stayin` alive“, ARA intonierte eine Soulvariante von Michael Jacksons „Billie Jean“. Getragen von den beiden Stimmen der Formation, Anika Schmidt und Rouven Nilles, entwickelte der Song eine außergewöhnliche Intensität, was auch das Publikum mit großem Beifall quittierte. Beim zweiten Set von MEP-Live wurde das spanische Weihnachtslied „Feliz Navidad“ nach und nach zur pfälzischen Version „Der Riesling wird knapp“. Zum Abschluss versammelten sich alle Musiker auf der Bühne zum gemeinsamen Song „Walking in a Winter Wonderland“. Nachdem die begeisterten Zuhörer eine Zugabe verlangten, folgte noch der Klassiker „Horse with no Name“.

Helga Klein aus Oberkirchen sagte, sie sei regelmäßiger Gast bei „Live im Sitzungssaal“ und auch das Abschlusskonzert habe sie überzeugt. Dirk Maurer, der eigens aus Stennweiler angereist war, war voll des Lobes für die saarländische Musikszene: „Ich bin seit 20 Jahren regional unterwegs, um mir Bands anzuhören. Das Saarland muss sich da wirklich nicht verstecken, wir haben musikalisch einiges zu bieten.“ An dem aktuellen Event begeistere ihn vor allem das Zusammenspiel der Musiker in neuen Formationen, das habe er so noch nie erlebt. Auch Rouven Nilles von ARA stellte diese Besonderheit des Konzertes heraus: „Es ist eine coole Erfahrung, einfach mal spontan von zwei Musikern einer anderen Band unterstützt zu werden.“

Organisator Peter Weigerding berichtete, dass dieses Konzept den besonderen Reiz der Veranstaltung ausmache. Er zeigte sich angetan davon, wie positiv die Konzertreihe von den Musikern aufgenommen werde: „Die Bands kommen sehr gerne nach Freisen. Bei Horst Friedrich hatte ich Bedenken, ihn anzufragen, da er doch eine saarländische Berühmtheit ist, aber er hat sofort zugesagt.“

Klaus Klein aus Oberkirchen lobte dann auch das „Superangebot direkt in der Nähe“, während seiner Ehefrau Angelika gerade die „handgemachte Musik“ zusagte. Dem Lob Kleins schloss sich der Freisener Bürgermeister an: „Man muss nicht weit fahren, um gut unterhalten zu werden. Für so eine kleine Gemeinde ist diese Veranstaltungsreihe schon sehr beachtlich.“