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Feste hat stürmische Vergangenheit

Feste hat stürmische Vergangenheit

Namborn. Etwa 80 Personen waren in das Bürgerhaus in Hofeld-Mauschbach gekommen, um "Die Liebenburg im Sturm der Zeit" mitzuerleben. Dazu eingeladen hatten die Gemeinde und der Heimat- und Verkehrsverein Namborn. Es war der zweite geschichtliche Abend im Rahmen des neu aufgelegten Liebenburg-Forums

Namborn. Etwa 80 Personen waren in das Bürgerhaus in Hofeld-Mauschbach gekommen, um "Die Liebenburg im Sturm der Zeit" mitzuerleben. Dazu eingeladen hatten die Gemeinde und der Heimat- und Verkehrsverein Namborn. Es war der zweite geschichtliche Abend im Rahmen des neu aufgelegten Liebenburg-Forums. Gemeindebeigeordneter Arnold Becker und der Vorsitzende des Heimatvereins Namborn, Rüdiger Andres, freuten sich über die starke Resonanz und hatten nicht zu viel versprochen. Für die Gäste war es ein informativer, erlebnisreicher und spannender Abend mit dem Referenten Johannes Naumann. Der bekannte Historiker aus Thalexweiler führte die Zuhörer durch die stürmische und wechselhafte Geschichte der Liebenburg in den vergangenen Jahrhunderten, von der Erbauung bis zu ihrem Untergang und darüber hinaus, sehr anschaulich und verständlich. Die neue Erkenntnislage aus dem Burgenforschungsbüro Dr. Joachim Zeune aus Eisenberg/Zell über die Liebenburg verpackte Naumann in einen fesselnden Vortrag. Die Burg Liebenburg dürfte wohl um das Jahr 1200 zum Schutze der in der Umgebung liegenden Besitzungen des Bistums Verdun erbaut worden sein. Zum ersten Mal wird die Burg im Jahre 1220 urkundlich erwähnt. Sie kam später in den Besitz des Erzstiftes Trier, das Oberlehnsherr blieb, während die Lehensabhängigkeit von Verdun schon im 13. Jahrhundert in Vergessenheit geriet. Immer aber waren als Lehensmänner mehrere Ritter an der Burg beteiligt. Naumann berichtete von Kriegen und Kämpfen um die Liebenburg. Sie brannte 1430 im so genannten Manderscheidschen Krieg vollständig aus. Das Erzbistum Trier, dass durch diesen Krieg in Geldnot gekommen war, konnte die zerstörte Burg nicht wieder selbst aufbauen. Er überlies ihre Wiederherstellung den Adeligen Heinrich von Crove, und dem St. Wendeler Johann Staudigel von Bitch. Bis zur endgültigen Zerstörung 1677 blieb die Burg in den Händen der Herrschaften von Sötern. Die Liebenburg, so Naumann weiter, könne man nicht isoliert sehen, sondern als ein vernetztes Werk mit anderen Burgen in der Region. Dabei brauche die Liebenburg in ihrer Reichhaltigkeit mit den Burgen an Rhein und Mosel nicht zurückzustehen. Für die Historie vor Ort gab es eine Menge Beifall. Viel bestaunt wurde an diesem Abend ein Liebenburg-Modell im Maßstab 1:100 aus dem Gebäudestand von 1606 des Heimatforschers Alfred Schwan. se

Hintergrund Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre wurden im Bereich der Burgruine Liebenburg auf dem Schlossberg in Eisweiler umfangreiche Grabungen vorgenommen, Kleinfunde, Zisterne und Burgverlies geordert. Der Wiederaufbau einer der zwei freigelegten Türme wurde Ende August 1972 mit einem großen Heimatfest gefeiert. Die Gemeinde Namborn strebt eine Einbettung in das Vier-Burgen-Projekt Nordsaarland gemeinsam mit den Burgen in Nofelden, Theley und in Wadern-Dagstuhl an. Ziel ist es, den Mittelalter- und Bergtourismus ebenso zu stärken, wie den normalen Ferientourismus. se