Fein für die Fastnacht

St. Wendel. "Guck mal Mama, die sind ja nackig", sagt ein kleiner Junge, als er meine Freundin Helen Rauber und mich in den knappen Fastnachtskostümen sieht, die wir im Globus SB-Warenhaus in St. Wendel anprobieren. Wer in diese Modelle schlüpft, zeigt viel Haut. Unverständlich für kleine Jungs, die großen finden das meist richtig gut

St. Wendel. "Guck mal Mama, die sind ja nackig", sagt ein kleiner Junge, als er meine Freundin Helen Rauber und mich in den knappen Fastnachtskostümen sieht, die wir im Globus SB-Warenhaus in St. Wendel anprobieren. Wer in diese Modelle schlüpft, zeigt viel Haut. Unverständlich für kleine Jungs, die großen finden das meist richtig gut. Hermann Fuchs, Teamleiter bei Spiel, Sport und Freizeit im Globus, bezeichnet die Kostüme als "partymäßig". Neben den Klassikern Mönch und Vampir seien sie die absoluten Kassenschlager. "Am besten sind die Modelle Wasserfee und Vamp angekommen. Sie sind restlos ausverkauft." Andere freizügige Modelle sind aber noch genügend da. Genug für die Modenschau, die Helen und ich veranstalten.Ohren ohne StehvermögenZuerst hüpfen wir in den Klassiker: das rosa Häschen Kostüm. Die Idee stammt von den sexy Frauen im Playboy, die Bunnys - zu Deutsch Hasen - genannt werden. Ein süßes Detail des Kostüms ist das kleine Schwänzchen auf der Rückseite, den Hasenohren mangelt es allerdings an Stehvermögen.Wer nichts dagegen hat, das Klischee der sexy Krankenschwester zu bedienen, dem kann ich das knappe Kostüm wärmstens empfehlen. Das Kleid hat einen Reisverschluss von oben bis unten, durch den frau selbst entscheiden kann, wie viel Ausschnitt sie zeigt. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie ärgerlich es ist, wenn ein Betrunkener sein Getränk über dir verschüttet. Für diesen Fall ist man mit dem Krankenschwester-Kostüm bestens gerüstet. Es besteht aus wasserabweisendem Material und ist abwaschbar. Höllisch unbequem ist das Teufel-Kostüm, das Helen anprobiert. "Der Stoff kratzt auf der Haut", stellt sie fest, als sie aus der Kabine tritt. Zudem dauert es fünf Minuten, bis ich herausfinde, wie die Flügel richtig montiert werden. Halten tun sie aber nicht. Danach verwandeln wir uns in süße Marienkäfer. Zum Kostüm gehören Fühler, Handschuhe und Flügel. Letztere sind allerdings zu eng und hinterlassen rote Abdrücke auf der Haut. Ein paar Fotos wollen wir auch in der Schreibwarenabteilung schießen und zwar in kurzer Schuluniform. Klingt sexy, ist es aber nicht. Denn das Oberteil des Kostüms sieht aus wie ein Herrenunterhemd. Ein Volltreffer ist dagegen das Kuh-Kostüm, das Helen als nächstes anprobiert. Da sag noch mal einer Kühe seien nicht attraktiv. Das Kleidchen ist kurz, aber nicht zu freizügig. Dazu noch ein rosa Euter an der Vorderseite und die passende Kappe. "Da drin wird's mir richtig warm.", sagt Helen. Der Stoff schützt sie also auch am Rosenmontagsumzug vor der kalten Witterung. Falls ihr Freund sich dazu breit schlagen lässt, könnten sie sogar im Partnerlook gehen. Für Männer gibt es, passend zum Kleid, eine Latzhose mit Kuhmuster.Zeitreise in die ZwanzigerZum Schluss machen wir eine Zeitreise in die goldenen 20er Jahre, als die Frauen in knappen Kleidern den Charleston tanzten. Das Kostüm sieht verführerisch aus, hat aber einige Macken. Es verliert nicht nur seine Pailletten, sondern neigt auch dazu, sich aufzulösen. Abgesehen davon ist es für mich schwierig, es überhaupt anzuziehen. Das Kleid hat keinen Reisverschluss, deshalb muss ich mühsam die Schnüre am Rücken lockern. Je loser die Bänder werden, desto tiefer lässt frau blicken. Der Rücken einer Frau kann ein Blickfang sein. Doch in diesem Kleid zeigt frau mit offenherzigem Ausschnitt und noch mehr unbekleidetem Bein, etwas zu viel Haut. Da könnte mann wirklich meinen wir seien "nackig".