1. Saarland
  2. St. Wendel

"Es wäre völliger Unsinn, Senioren aus dem Straßenverkehr zu ziehen"

"Es wäre völliger Unsinn, Senioren aus dem Straßenverkehr zu ziehen"

St. Wendel/Saarbrücken. Michael Gindorf, der Leiter der Abteilung Verkehr und Technik beim ADAC Saarland, bricht eine Lanze für Senioren im Straßenverkehr: "Es wäre völliger Unsinn, diese Zielgruppe aus dem Verkehr zu ziehen." Vielmehr müsse den älteren Autofahrern dabei geholfen werden, ihre Verkehrssicherheit zu erhalten

St. Wendel/Saarbrücken. Michael Gindorf, der Leiter der Abteilung Verkehr und Technik beim ADAC Saarland, bricht eine Lanze für Senioren im Straßenverkehr: "Es wäre völliger Unsinn, diese Zielgruppe aus dem Verkehr zu ziehen." Vielmehr müsse den älteren Autofahrern dabei geholfen werden, ihre Verkehrssicherheit zu erhalten. Mit Rat und Tat zur Seite steht hierbei der ADAC, der seit Jahren verschiedene Sicherheitskurse anbietet. Unabhängig davon arbeite im Moment der ADAC bundesweit an einem neuartigen Programm für die Zielgruppe ältere Verkehrsteilnehmer. Hier soll einerseits die Praxis berücksichtigt werden, nämlich der sichere Umgang mit dem Auto. "Das Zweite ist, wieder auf den neuesten Stand der Straßenverkehrsordnung zu kommen," erläutert Gindorf. Wie wichtig dem ADAC die Thematik ist, wurde beim Verkehrsforum 2007 deutlich, das der ADAC Saarland in Eppelborn dem Thema "Autofahren im fortgeschrittenen Alter" widmete. Die Referenten stellten im November ausführlich die altersbedingten Einflüsse und die Folgen vor. Ein Vertreter der Bundesanstalt für Straßenwesen analysierte das Unfallgeschehen von Senioren. Da diese prozentual immer stärker am Straßenverkehr beteiligt sind - ihre Zahl hat sich in 15 Jahren fast verdoppelt - ist auch die Zahl der Unfälle mit Personenschäden gewachsen, in denen Senioren beteiligt sind. Allerdings hat sich diese Zahl keineswegs verdoppelt und liegt immer noch deutlich niedriger als bei der Altersgruppe 18- bis 44-jährige Fahrer. Nur die 17-Jährigen, die ja bekanntlich von einer erwachsenen Person begleitet werden müssen, "bauen" weniger Unfälle mit Personenschaden als Senioren am Steuer. Grundsätzlich stellen für den ADAC ältere Menschen keine Problemgruppe im Straßenverkehr dar. Deshalb gebe es auch keinen Grund, spezielle gesetzliche Regelungen für ältere Führerschein-Besitzer einzuführen. Allerdings empfiehlt der Verband älteren Autofahrern, sich freiwillig regelmäßig untersuchen zu lassen. hek