Rallye: Es besteht noch Verbesserungbedarf

Rallye : Es besteht noch Verbesserungbedarf

Die Deutschland-Rallye hat Werbung für das Saarland gemacht. Laut ADAC München wurden im Vorverkauf deutlich mehr Tickets abgesetzt als in den vergangenen Jahren. Viele Gäste – von Gran Canaria bis Estland – kamen, sorgten für volle Hotels und Campingplätze. Und für so manche lange Party in den Kneipen. Sportlich gab es mit Ford-Pilot Ott Tänak einen absoluten Überraschungssieger, den kaum einer vor der Rallye auf dem Zettel hatte. Zudem spielten sich zahlreiche sportliche Dramen ab, aber ohne schlimmen Unfall. Alles gut also. Wirklich?

Nein. Es gibt durchaus Verbesserungspotenzial. Dass der Servicepark am Freitag erneut unter Wasser stand, ließ böse Erinnerungen an 2006 aufkommen und sorgte für viel Unmut. Damals zog der Rallye-Tross anschließend nach Trier um. Der Rundkurs zum Auftakt in Saarbrücken ist ebenfalls verbesserungswürdig. Auch die in letzter Sekunde nochmal leicht geänderte Variante war zu eng und stieß auf Kritik. Jeder weiß: Der sportliche Wert einer solchen Prüfung ist gering. Es geht darum, die Rallye in die Stadt zu den Fans zu bringen – und diese zu begeistern. Aber die Bilder der WP, die um die Welt gingen, waren nicht gerade spektakulär. Warum beispielsweise fährt man nicht vor dem Weltkulturerbe Völklinger Hütte? Das wäre auch noch eine touristische Werbung für das Land.

Und schließlich stießen auch einige andere neue Strecken bei den Piloten auf Kritik. Zu schnell, zu viel geradeaus, zu wenig herausfordernd – so der Tenor. Nach der Panzerplatte sei die Rallye quasi entschieden, weil man als Fahrer auf den folgenden Prüfungen kaum noch Zeit gutmachen könne.

Der ADAC sollte die Kritik ernst nehmen. Der Vertrag über die Rallye läuft noch zwei Jahre. Nicht dass der Tross dann wieder weiter zieht. Es wäre schade.

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