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Roundabout: Ein Prost auf einen schönen Abend

Roundabout : Ein Prost auf einen schönen Abend

Bei der 18. Auflage des St. Wendeler Roundabout unterhielten zahlreiche Bands die Musikbegeisterten in den Kneipen.

St. Wendels Wirte haben sich gerüstet für die Kneipentour, damit ab 20 Uhr das Partyvolk am vergangenen Samstag was auf die Ohren bekam. Es war wieder Roundabout mit allerlei Musik an 17 verschiedenen Locations. Gewappnet gegen den Regen mit Schirmen und Kapuzen pilgerten etwa 1500 Leute im Laufe des Abends durch die Innenstadt und ließen sich von der Musik treiben. Auch wenn die Zeichen auf Rock-Pop standen, boten die Veranstalter von Udo Schmidt eine große Bandbreite an Bands.

Bereits zum 19. Mal sorgte Rudi „Gulli“ Spiller dafür, dass in den Lokalen und Kneipen je nach Gegebenheiten die bestmögliche Band spielte. Dicht an dicht gedrängt standen in Spinnrad, Luise, Event Galerie oder Merschers Wirtschaft die Leute und ließen sich die Musik gefallen. Fetziger Rock zog eher jüngere Leute ins Spinnrad und in Merschers Wirtschaft. Den Freunden Michael Heß und Sebastian Theis ging der Hardrock à la Metallica von Warefare Mosquito gut ab, wie sie selbst sagten. Das Spinnrad war auch die erste Anlaufstelle für Michelle und Christine Heinrich, die fast jedes Jahr zum Roundabout gehen. Sie landeten dann aber doch bei Day 5 in Merschers Wirtschaft. „Hier ist die Band viel cooler zum Mittanzen und Mitsingen“, freute sich Christine Heinrich. In der Luise sorgte die Band  Frantic dafür, dass das bunt gemischte Publikum bis in den Innenhof stand. Harald Lewalter und seine Begleitung hatten sich zum Ziel gesetzt, alle 17 Kneipen durchzumachen. „Wir nutzen den Abend für einen Onkel-Nichte-Neffen-Abend“, erzählte er in der Event Galerie bei Luiggi Botta & Friends, die auch hier für ein volles Haus sorgten. „Das hat hier was von einer Hüttengaudi“, beschrieb Mario Lonçar den vollen Biergarten in der Palme, wo die Gruppe Varus gegen Mitternacht die Leute zum Abfeiern brachte.

Wer es gemäßigter angehen lassen wollte, für den war auch gesorgt. Ruhiger, aber dennoch mit guter Stimmung, ging es in den beiden Gewölbekellern zu.  Die Gruppe Lucky Random legte im Balduinkeller eher Deutschrock auf. Begeistert sangen einige junge Leute die Texte der Sportfreunde Stiller oder von Marius Müller-Westernhagens „Taximann“ mit. Die Band Dokter Azzurro lieferte im Hambacher Keller Musik in Richtung Indiepop ab. Bei Candi Rider herrschte in dem relativ kleinen Speiselokal von Bruder Jakob Wohnzimmeratmosphäre: Die Leute aßen und hörten den Liedern im Rockabilly-Stil der Drei-Mann-Combo, bestehend aus Gesang, Gitarre und Cajón, zu. Im Zelt an der alten Stadtmauer traten Silent Voice für das La Wendel auf. Wer zu gängigem Rock viel Stimmung mit wenig Gedränge wollte, war hier gut aufgehoben. Die Mischung des Abends machte es. Oder wie Sängerin Heike Strack es ausdrückte: „Prost auf einen schönen Abend, wo auch immer ihr ihn verbringt.“

Welche Band in welchem Lokal spielte, war kein Zufall. „Wir schauen: Wie ist die Location, wie ist das Publikum, was will der Wirt. Wir haben jedes Jahr jede Menge Bewerbungen und suchen dann aus. Außerdem ist es wichtig, immer eine Band als Ersatz zu haben“, erklärte Spiller alias Gulli. So auch dieses Jahr, denn die Band Acoustic 4 musste krankheitsbedingt absagen. Dafür kamen die Musiker von Einfach Ja in der Bel- Ai- Shisha-Lounge zum Zuge. Dass für so eine Veranstaltung viele Helfer gebraucht werden, versteht sich von selbst. Allein in jeder Kneipe standen den ganzen Abend zwei Leute und verkauften die Eintrittsbändchen für zehn Euro. „Hier können wir von Anfang an auf den Sportverein Dörrenbach zählen, der bereitwillig hilft“, bedankte sich Gulli.