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Ein Patentrezept fürs Abnehmen gibt es nicht

Ein Patentrezept fürs Abnehmen gibt es nicht

St. Wendel. Ein Patentrezept fürs Abnehmen gibt es nicht. Für jede Person müsse ein individueller Plan erstellt werden. Das ist die Kernaussage der SZ-Telefonaktion am Mittwoch (wir berichteten kurz). Trotzdem versuchten Julia Hagenbourger, Ärztin im jugendärztlichen Dienst des Gesundheitsamtes St

St. Wendel. Ein Patentrezept fürs Abnehmen gibt es nicht. Für jede Person müsse ein individueller Plan erstellt werden. Das ist die Kernaussage der SZ-Telefonaktion am Mittwoch (wir berichteten kurz). Trotzdem versuchten Julia Hagenbourger, Ärztin im jugendärztlichen Dienst des Gesundheitsamtes St. Wendel, und Sybille Schaadt, die angewandte Gesundheitswissenschaften studiert hat, den Anrufern bei deren Problemen zu helfen. Alle Anrufer waren Frauen. Und die meisten von ihnen hatten das gleiche Problem: Sie arbeiten seit Jahren an ihrem Gewicht und haben kaum Erfolg. Das kann nach Aussagen der Experten drei Gründe haben: falsche Ernährung, zu wenig Bewegung oder genetische Veranlagung. Vor allem die Bewegung, so erzählt Hagenbourger, fehle heute oft - sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern. Dabei hätten Studien gezeigt, dass die Alltagsvitalität - Treppe statt Aufzug nehmen, spazieren statt Auto fahren - effektiver sei als Sport. Gerade Jugendliche seien heute nur noch selten vor die Tür zu locken. Schaadt: "Kinder treffen sich heute kaum noch auf der Straße." Der Computer stelle dabei ein großes Problem da. Aber auch in Sachen Ernährung gibt es Nachholbedarf. Vor allem das fehlende Frühstück sei ungesund und nicht gerade leistungsfördernd für einen langen Schultag. "8,1 Prozent der Einschulkinder im Landkreis St. Wendel sind übergewichtig", sagt Hagenbourger. Zwar sei in den vergangenen Jahren bereits eine Bewusstseinsveränderung eingetreten - "Man hat schon gemerkt, dass Eistee nicht der Bringer ist, wenn man abnehmen will" -, aber auch das sei ausbaufähig. Verbote, beispielsweise von Schokolade, seien kontraproduktiv. Laut Schaadt komme es auf "Veränderungen in kleinen Schritten" und auf das Maß an. Und dann sollte die Familie den, der abnehmen will, nicht alleine lassen. Hagenbourger: "Die Ernährungsgewohnheiten sollten normal für alle in der Familie sein."himWeitere Informationen gibt es beim Gesundheitsamt St. Wendel, Telefon (06851) 80 14 86.