Ein offenes Ohr für Schüler haben

St. Wendel. Ignasius Maros arbeitet gerne mit Jugendlichen. Er möchte sie für christliche Werte gewinnen. Deshalb wollte er unbedingt als Schul-Seelsorger arbeiten. Sein Wunsch ist jetzt in Erfüllung gegangen. Seit Beginn des Schuljahres haben die Steyler Missionare den Pater, der seit Januar 2000 in Deutschland ist, am Arnold-Janssen-Gymnasium in St. Wendel eingesetzt

 Pater Maros bringt die Schüler auf dem Schulhof zum Singen, Klatschen, Beten. Foto: Schule

Pater Maros bringt die Schüler auf dem Schulhof zum Singen, Klatschen, Beten. Foto: Schule

St. Wendel. Ignasius Maros arbeitet gerne mit Jugendlichen. Er möchte sie für christliche Werte gewinnen. Deshalb wollte er unbedingt als Schul-Seelsorger arbeiten. Sein Wunsch ist jetzt in Erfüllung gegangen. Seit Beginn des Schuljahres haben die Steyler Missionare den Pater, der seit Januar 2000 in Deutschland ist, am Arnold-Janssen-Gymnasium in St. Wendel eingesetzt. Schulleiter Hans-Georg Frank wertet das als "deutliches Zeichen dafür, dass die Steyler zu ihrer Schule stehen". Schließlich sei die Personaldecke in Europa nicht gerade gut. Und die Missionare unterhalten weltweit Schulen - nicht jede verfügt über einen Seelsorger.Auch in St. Wendel war die Stelle etwa drei Jahre lang nicht besetzt. Maros, der ursprünglich aus Indonesien stammt und zuletzt an einer Grundschule in München Religionsunterricht gab, geht seine Aufgabe locker an. Er will die Schüler erst einmal kennenlernen. "Vertrauen schaffen", sagt er. Auf dem Schulhof unterhält er sich mit den Jungs und Mädels, spielt mit ihnen, besucht die Klassen, kommt zur Kaffeestunde mit den Lehrern. Freitags ist in der großen Pause Meditation angesagt. Die Schüler wissen das zu schätzen. Denn etwa 25 Schüler sind dann mit von der Partie - Tendenz steigend. Bewusst wird er nicht in den Unterricht eingebunden. "Ein Priester, der auch Lehrer ist, muss mit Spannungen rechnen", sagt Maros. Schließlich müsse er die Schüler dann auch benoten. Eine gewisse Distanz von Seiten der Schüler sei die Folge. Auch außerhalb der Schule ist er aktiv. So hat der Mann, der gerne Motorrad und Mountainbike fährt, einmal einen kompletten Kurs zu sich nach Hause eingeladen - und für sie indonesisch gekocht. Mit einer Power-Point-Präsentation zeigte er Bilder seiner Heimat und die religiöse Festkultur in seinem Land. Seine Methode hat Erfolg. Die ersten Schüler fassten sich bereits ein Herz, redetet mit dem 39-Jährigen über ihre Probleme. Ob das die Scheidung der Eltern oder der Verlust eines geliebten Menschen oder Tieres ist, Maros hat immer ein offenes Ohr. Auch bei Ereignissen, die nicht unmittelbar mit der Schule zu tun haben, kann der Seelsorge eine Hilfe sein. Frank nennt als Beispiel den Amoklauf von Winnenden. "Es besteht Bedarf, die Schüler in solchen Momenten aufzufangen", sagt dazu Christoph Paul, der am AJG für Religion zuständig ist. Aber auch wenn alles normal läuft, es keine Probleme gibt, ist Maros für Schüler wie Lehrer da. Frank sieht in ihm auch eine Art Schoolworker: "Seine Tür steht immer offen."

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