Ein Mekka für die Techno-Jünger

Ein Mekka für die Techno-Jünger

Thallichtenberg. Beschwerden der Anwohner zählten zu den Gründen, die vor drei Jahren zu einem vorläufigen Ende des Open Air auf Burg Lichtenberg geführt hatten. Für eine lange Nacht gehörte die Burg am Samstag wieder Tausenden Fans elektronischer Musik

Thallichtenberg. Beschwerden der Anwohner zählten zu den Gründen, die vor drei Jahren zu einem vorläufigen Ende des Open Air auf Burg Lichtenberg geführt hatten. Für eine lange Nacht gehörte die Burg am Samstag wieder Tausenden Fans elektronischer Musik. Die saarländischen Ausrichter des "Mixery Castle" stellten zu diesem Anlass ein abwechslungsreiches Programm zusammen, das von mitsingtauglich bis hochkomplex alle Spielarten der elektronischen Tanzmusik abdeckte. Auf vier Tanzflächen, "Floors" genannt, übertrumpften sich die "Elektro-Ritter" gegenseitig in puncto Skurrilität - neonbunte T-Shirts, wuschelige Beinstulpen und knallbunte Frisuren - sowie durch Ausdauer im Tanz. Tanzen, das taten natürlich alle, die meisten vor der Hauptbühne. Hier legten die Discjockeys nach House-Manier auf: Tanzbare Songs mit klaren Melodien und verhältnismäßig viel Gesang. Die Stärke dieser Musik, sich mit anderen Richtungen zu verknüpfen, zeigte sich deutlich an beatlastigen Coverversionen von Rockhymnen wie Blurs "Song 2" oder dem EM-Hit "Seven Nation Army" der White Stripes. Auch Stimmungsgaranten wie "Remmidemmi" von Deichkind oder Lutzenkirchens umstrittenes "Drei Tage Wach" waren Bestandteil der Sets. Highlight des Abends war der Auftritt der Disco-Boys, die musikalisch wie optisch eine Reminiszenz an vergangene Disco-Tage darstellen, alte Songs jedoch mit ganz eigenem Charme auf den neuesten Stand der Möglichkeiten bringen. Danach hielten Lexy und K-Paul, bereits häufig zu Gast auf der Burg, die Körper der Besucher mit eingängigen partytauglichen, teils eigenen Stücken vom Abkühlen ab. Wer jedoch der Hauptbühne treu blieb, verpasste heimliche Höhepunkte in versteckteren Winkeln der Burg: So etwa den Auftritt von Sylwia Rathai alias DJ Hildegard, die sich der etwas härteren Gangart verschrieben hat und mit flinken Fingern und einer einnehmenden Ausstrahlung die Bässe zum Brummen und die Gäste zum Jubeln brachte. Monika Kruse ließ mit dumpfem, krachendem "Schranz"-Sound die für Liebhaber wohl elektrisierendste Fasson des Techno aus den Boxen schallen. Zur Erholung ging's anschließend in den Chill-Out-Bereich, wo die erschöpften, aber sichtlich zufriedenen Elektro-Ritter in Plastiksesseln am Lagerfeuer die aufgehende Sonne begrüßten. esz

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