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Ein langes Ringen ging der Eröffnung voraus

Ein langes Ringen ging der Eröffnung voraus

Kastel. Mehr als 14 Monate dauerten die Umbaumaßnahmen des ehemaligen Jugendheims, das im Jahre 1954 erbaut worden war. Dabei hat sich viel verändert. Groß, modern und hell ist es jetzt im Inneren des Hauses, das von allen Vereinen im Dorf sowie für private Feiern genutzt wird. Der Haupteingang wurde versetzt, das Foyer vergrößert

Kastel. Mehr als 14 Monate dauerten die Umbaumaßnahmen des ehemaligen Jugendheims, das im Jahre 1954 erbaut worden war. Dabei hat sich viel verändert. Groß, modern und hell ist es jetzt im Inneren des Hauses, das von allen Vereinen im Dorf sowie für private Feiern genutzt wird. Der Haupteingang wurde versetzt, das Foyer vergrößert. Im Erdgeschoss befindet sich nun eine behindertengerechte Toilette und durch den neuen Aufzug ist das gesamte Gebäude barrierefrei angelegt. Die Pfarrkapelle Kastel unter der Leitung von Thomas Müller eröffnete die Einweihungsfeier. Auch Musiker nutzen das neu gestaltete Gebäude mit guter Akustik für ihre Proben. Pfarrverwalter, und Pastor Stefan End zeigte sich sichtlich erfreut über die Zusammenarbeit von Kirchen- und Zivilgemeinde, die das Projekt gemeinsam getragen haben. Die Kirchengemeinde ist Eigentümer des Hauses, die Zivilgemeinde schloss einen Mitbenutzungsvertrag ab und übernahm die Bauträgerschaft, damit Landes- sowie EU-Zuschüsse in Anspruch genommen werden konnten. In der Regel können aus öffentlichen Mitteln für kirchliche Einrichtungen nur Zuschüsse in Höhe von 30 Prozent der aufwendungsfähigen Ausgaben, maximal jedoch nur 20 000 Euro, gewährt werden. Es begann ein langes Ringen mit verschiedenen Institutionen und viele Gespräche mit dem Ministerium für Umwelt, um über einen Nutzungsvertrag zwischen der Kirchen- und der Zivilgemeinde einen Zuschuss in Höhe von 55 Prozent zu bekommen. So konnten die Kosten für die Umbaumaßnahmen, die sich auf etwa 1,2 Millionen Euro belaufen, aufgeteilt werden. Das Ministerium für Umwelt konnte einen Zuschuss von 570 000 Euro bereitstellen, Innenminister Klaus Meiser bewilligte eine einmalige Bedarfszuwendung des Innenministeriums von 200 000 Euro. Weitere 142 500 Euro wurden vom Bistum zur Verfügung gestellt, die Restkosten von rund 350 000 Euro trägt die Gemeinde Nonnweiler. Die Aufwendungen für den Aufzug, Tische, Stühle, die Toilettenanlage und das Büfett übernahm die Kirchengemeinde Kastel. Auch gingen bereits Spenden in Höhe von 12 000 Euro ein. Der Bürgermeister der Gemeinde Nonnweiler Hans-Uwe Schneider bezeichnete das neue Dorfgemeinschaftshaus als "echtes Schmuckstück". Einen besonderen Wunsch hatte er dann noch an die Kasteler Bürger: "Ich wünsche mir, dass in dem neuen Haus zukünftig viele Hochzeiten und noch mehr Kindtaufen gefeiert werden und dadurch die nachhaltige Nutzung des Gebäudes gesichert bleibt." Im Anschluss überreichte Umweltstaatssekretär Rainer Grün den Zuwendungsbescheid von rund 570 000 Euro an Bürgermeister Schneider. Er würdigte in seiner Rede die Arbeit der Gemeinde Nonnweiler und der Kirchengemeinde St. Wilfridus als einen beispielhaften Weg zur Lösung von Problemen der Daseinsversorgung im ländlichen Raum und zeigte sich sehr angetan von dem großen Engagement, das alle Zuständigen und auch Helfer an den Tag gelegt haben. Ortsvorsteher Dr. Magnus Jung sprach von einem "Festtag für unser Dorf" und bedankte sich anschließend bei allen freiwilligen Helfern, die "tatkräftig und selbstlos in über 1000 Arbeitsstunden an dem Projekt mitgearbeitet haben". Als Dank versprach er, alle Helfer in das neue Dorfgemeinschaftshaus einzuladen und für sie in der neuen Küche kochen. Architektin Annette Werle stellte die Umbaumaßnahmen vor und verwies auf die Multifunktionalität des neuen Hauses. Den besonderen Charme des Gebäudes machten die hellen, mit Licht durchfluteten Räume aus.